Um dieses vorzustellen, findet am Mittwoch, den 26.06.2019 um 18.30 Uhr ein Infoabend für alle interessierten Schüler und Eltern statt (JG 5-10).

„Wirtschaft und Gesellschaft brauchen gut ausgebildete junge Menschen, die eigenverantwortlich eingefahrene Wege verlassen und neue Schwerpunkte setzen. Wir brauchen eine Generation, die den Mut hat, alte Strukturen aufzubrechen, unkonventionell zu denken und Wirtschaft und Gesellschaft aktiv zu gestalten.“                                                                                   NFTE e.V. Deutschland

Wir am Rats haben viele solcher Schüler und Schülerinnen und möchten diese in einem neuen Projekt gezielt fördern. Wir wollen Begabungen feststellen und persönliche Stärken fördern. Wir wollen mit Lob und Motivation arbeiten, Bewertungen und Noten gibt es nicht, aber ein Zertifikat von NFTE (www.nfte.de), das bei vielen Unternehmen, bei denen man sich für ein Praktikum oder eine Ausbildung bewerben möchte, Türen öffnen kann, weil dieses Programm weltweit in Schulen praktiziert und von Unternehmen aus der Wirtschaft gefördert wird. Für dieses Projekt ist grundsätzlich jeder Schüler geeignet.

Einzige Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft regelmäßig einmal die Woche  und an zwei Samstagen unseren „Kurs“ zu besuchen, der über das komplette Schuljahr 2019/20 laufen wird und ca. 40 Stunden umfassen soll. Am Ende steht eine öffentliche Präsentation.

Ich freue mich darauf, Euch und Ihnen noch viel mehr von unserem Vorhaben erzählen zu können und hoffe, Sie zahlreich am 26.06. begrüßen zu dürfen.

Sylvia Janßen, CET

Wir bitten um kurze, formlose Anmeldung unter Sylvia.janssen@rats-os.demit Angabe der Personenzahl und Klasse, damit wir entsprechend planen können.

Wie in jedem Jahr veranstaltete die Fachgruppe Deutsch im Rahmen der Leseförderung eine Autorenlesung für die sechsten Klassen der Schule. Bereits zum zweiten Mal war es gelungen, die Jugendbuchautorin Nina Weger ins Ratsgymnasium zu holen, deren Bücher mehrfach prämiert wurden und die neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin ehrenamtlich auch den Kinderzirkus Giovanni leitet.

Während ihrer Lesung stellte sie ihr neuestes Buch „Als mein Bruder ein Wal wurde“ vor. Darin geht es um den Jungen Bela, dessen Bruder Julius einen schweren Unfall erleidet und seitdem im Wachkoma liegt. Die Handlung zeigt die Familie, der man die Entscheidung über das Leben des Jungen abverlangt. Bela entscheidet sich, zusammen mit einer Freundin heimlich nach Rom zu reisen, um den Papst um Rat zu fragen. Mit ihrer Geschichte möchte Nina Weger vor allem den Wert des Lebens in differenzierter Weise aufzeigen.

Dass sie die Schüler mit diesem anspruchsvollen Stoff erreichte, zeigten ihre Reaktionen. Gebannt lauschten sie dem Vortrag der Autorin, die ihre Lesung lebendig und facettenreich gestaltete. Danach stellte sie sich den zahlreichen Fragen der Schüler, die sich sowohl auf ihr neues Buch als auch auf ihre Tätigkeit als Schriftstellerin bezogen. Am Ende hatten die Sechstklässler sogar Gelegenheit, sich ein persönlich gestaltetes Autogramm abzuholen.

Nach dieser sehr gelungenen Veranstaltung darf man gewiss sein, dass der eine oder andere Schüler einen tieferen Blick in Nina Wegers neuen Jugendroman werfen wird.

Text: Petra Appelhans, Foto: Claus Adelski, 16.06.2019



Eine Spende von 3000 € des Abijahrgangs 2018 floss kürzlich in zwei Schulen der Lumo Conservancy am Rande des Tsavo Nationalparks in Kenia. Kollegin Karin Schneider, durch die der Kontakt zustande gekommen war, übergab das Geld in den Osterferien persönlich an die Verantwortlichen vor Ort.

Angeregt durch Berichte aus dem Unterricht entschloss sich das Finanzkomitee des Abijahrgangs 2018, von dem nach Beendigung aller Feierlichkeiten übrig gebliebenen Geld in ihrer Kasse einen Betrag von 3000 € für Schüler und Schulen in Kenia zur Verfügung zu stellen. In der ländlichen Region südlich vom Tsavo West Nationalpark an der Grenze zu Tansania leben viele Menschen am Rand des Existenzminimums und sind in besondrem Maße von Wetter und Klima abhängig. Immer wieder führen gering ausfallende oder ausbleibende Regenfälle zum Ausfall der Ernten, die für die meisten Familien die einzige Existenzgrundlage darstellen. Selbst ein für europäische Verhältnisse geringes Schulgeld von wenigen Euro wird da für viele Eltern unerschwinglich, und die Kinder müssen so lange zu Hause bleiben, bis wieder Geld für den Schulbesuch da ist. Dabei ist die Mittagsspeisung in der Schule oft die einzige vollwertige Mahlzeit für die Schüler.

Das Geld der Schüler floss dabei zu einem großen Teil an die Maktau Primary School, deren neu eingerichtete Abteilung für behinderte Schüler dringend an die Bedürfnisse der Schüler angepasste Möbel benötigt. Auch das Schulgeld für diese Schüler, das mit etwas 50 € pro Jahr inklusive Mittagessen etwa das Doppelte von dem der anderen Schüler beträgt, wurde aus der Spende der Abiturienten finanziert.

Zur Zeit unterrichten dort zwei besonders ausgebildete Kollegen elf Schüler mit diversen Behinderungen, von taub-stumm über taub-stumm-blind bis hin zu gelähmt und geistig behindert. Dabei stehen ihnen nur ein winziger, dunkler Raum und kaum Ressourcen zur Verfügung, alles hängt von persönlichen Engagement der beiden Kollegen ab. Ein Neubau ist immerhin in Planung, bedarf aber auch noch der Finanzierung.

Ein weiterer Teil des Spende ging an die Mwashote Primary School für die Anschaffung von 20 Schulpulten und die Unterstützung der Mittagsspeisung mit 50kg Reis. Bereits in den vergangen Jahren hat das Ratsgymnasium durch die AG Soziales Lernen (jetzt: Helping Hands) unter Leitung von Herrn Scherz die Mittagsspeisung dort unterstützt.

Das Ratsgymnasium freut sich außerordentlich über dieses soziale Engagement unserer Abiturienten!

Text & Fotos: Karin Schneider, 15.06.2019

Das Ratsgymnasium hat mit den Jahrgängen 8-11 an der Juniorwahl, einer Simulation der Wahl zum Europäischen Parlament, teilgenommen. Bundesweit waren mehr als eine halbe Million Schülerinnen und Schüler für diese Wahl angemeldet.

Wie auch bei den bundesweiten Ergebnissen der Juniorwahl sind am Ratsgymnasium die Grünen die stärkste Kraft. Sie haben am Ratsgymnasium 41,5% der  Stimmen erhalten. Weit abgeschlagen folgt die SPD mit 15,1%. 

Bei der Juniorwahl steht das Bewusstwerden für demokratische Prozesse im Vordergrund. So haben sich die Klassen im Politik-Wirtschaft-Unterricht intensiv mit den politischen Programmen der Parteien beschäftigt. Es wurden Wahlverzeichnisse angelegt und alle Schülerinnen und Schüler haben – wie bei der „richtigen“ Wahl – individuelle Wahlbenachrichtigungen erhalten, die sie mitbringen und dem Wahlvorstand  zeigen mussten. 

Am Freitag hat die Klasse 8a die verantwortungsvolle Aufgabe übernommen, das Wahlergebnis für das Rats auszuzählen. 434 von 449 Schüler/innen unserer Schule nahmen ihr Wahlrecht wahr – die Wahlbeteiligung lag bei 96,7%. 

Text: Ilka Mertens, 27.05.2019



Am 16. Mai gab es endlich die von den Teilnehmern sehnlichst erwartete Rückmeldung der Preise des Känguru-Wettbewerbes, der im März dieses Jahres bereits zum 25. Mal stattfand.

Der Känguru-Wettbewerb ist ein mathematischer Multiple-Choice-Wettbewerb, an dem mittlerweile fast 6,5 Millionen Teilnehmer aus mehr als 50 Ländern teilnehmen, darunter in diesem Jahr ca. 1 Million Teilnehmer aus über 11.000 deutschen Schulen und darunter auch ca. 220 Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums. 

Der Wettbewerb ist gedacht als eine „Veranstaltung, deren Ziel die Unterstützung der mathematischen Bildung an den Schulen ist, die Freude an der Beschäftigung mit Mathematik wecken und festigen und durch das Angebot an interessanten Aufgaben die selbstständige Arbeit und die Arbeit im Unterricht fördern soll“. Dass dieses Ziel bei vielen Schülerinnen und Schülern erreicht wird, konnte man am „Känguru-Tag“ erleben – er ist am Ratsgymnasium mittlerweile eine Institution mit einer ganz besonderen Atmosphäre (Matte-Matik) für alle Beteiligten und entsprechend großer Beteiligung.

Aber auch die Ergebnisse können sich sehen lassen!

Über erste Preise konnten sich allein 3 Schüler freuen, über zweite Preise 5 und über dritte Preise 12 Schülerinnen und Schüler. Bemerkenswert, dass alle 1. Preise aus dem Jahrgang 6 stammen: Jonas Kunis, Fanny Behrens und Jonah Kröger konnten große Sachpreise entgegenehmen.

Erste Preise erhalten pro Klassenstufe etwa die besten 0,8 % der Teilnehmer, zweite Preise gibt es für die nächsten rund 1,6 % und dritte Preise etwa für die nächsten 2,4 %, so dass insgesamt rund 5 % der Teilnehmer einen Preis erhalten. 

Den bei der Siegerehrung anwesenden Schülerinnen und Schülern bereitete es keine Schwierigkeiten herauszufinden, dass im Gegensatz dazu am Ratsgymnasium fast 10 % der Teilnehmer einen Preis gewonnen haben – prozentual also etwa doppelt so viele wie im Durchschnitt!

Die Preisträger waren dementsprechend stolz auf ihre Leistungen – und das mit Recht.

Herzlichen Glückwunsch!

Text & Foto: Robert Stutzenstein, 18.05.2019

Die Basketballmannschaft der Mädchen aus der Wettkampfklasse III hat am 10. Mai 2019 ihren Titel als Bundessieger im Frühjahrsfinale „Jugend trainiert für Olympia“ erfolgreich verteidigt.

Am Mittwoch starteten die Mädchen mit souveränen Siegen in  die Vorrunde, die Serie wurde trotz Verletzungspech und Ausfall wegen Krankheit in der Zwischenrunde und im Halbfinale fortgesetzt.

Auf technisch hohem Niveau und flink auf den Beinen wurde die Vorrunde mit 160:44 Körben absolviert und die Zwischenrunde ergab eine Differenz von 81 Körben. Im Halbfinale wurde die Vertretung aus NRW  Schloss Hagerhof Bad Honnef  54:22 besiegt. Damit war der Finalgegner des Vorjahres ausgeschieden und im Finale ging es wieder gegen die Vertretung aus Hessen, die aus der Zwischenrunde schon bekannt war.

Zur Halbzeit reichte es „nur“ zu einem Punkt Vorsprung, aber am Ende siegte die Cleverness und Erfahrung der eingespielten Mannschaft des Ratsgymnasiums, die die taktischen Maßnahmen hervorragend umsetzen konnte. 

Mannschaft und Coaches Jörg Bergmann und Luisa Schröder und viele begleitende Eltern lagen sich beim Endstand von 42:34 in den Armen. Waren die Mädchen im letzten Jahr noch ein wenig der Überraschungssieger, so bestätigten sie heute  auf hohem Niveau und mit großem Teamgeist ihren erneuten verdienten Bundessieg. Sie erhielten außerdem große Komplimente für ihren fairen und freundlichen Auftritt während des Turniers und wurden somit wunderbare Botschafterinnen der Schule.

Dank der langjährigen hervorragenden Zusammenarbeit mit dem BBC Osnabrück und der Vorbereitung durch Jörg Bergmann und Jörg Scherz wird am Abend die Auszeichnung in der Max-Schmeling-Halle entgegen genommen und anschließend Party gemacht. Allerdings werden ein paar Teilnehmerinnen schon auf dem Weg nach Hause sein, da sie am Samstag sofort wieder bei den Deutschen Vereinsmeisterschaften in Göttingen auflaufen müssen.

Am Montag werden wir sie aber alle auf dem Schulhof feiern: Carlotta Bunse, Laura Pleister, Charlotte Kreutzkämper, Lilly Ruße, Louisa Riehemann, Lotta Bleeker, Frieda Bühner, Luise Hansmann, Jana Lüssenheide, und Coaches Jörg Bergmann und Luisa Schröder.

Weitere Bilder vom Finale gibt es hier.

Text: Lothar Wehleit, 10.05.2019


Die Teilnehmer des diesjährigen Rats-Mathematik-Wettbewerbes konnten am Donnerstag, den 2. Mai, in einer kleinen Feierstunde endlich ihre wohlverdienten Preise entgegennehmen. Zuvor zeigten die 27 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 5 bis 10 in einer Hausaufgaben- und einer Klausurrunde ihr Können.

Die besonderen Leistungen der Sieger wurden mit Buchpreisen belohnt, die von den Organisatoren Frau Busch und Herrn Koch überreicht wurden.   

Wir gratulieren allen Teilnehmern für ihr Durchhaltevermögen bei den herausfordernden und kniffligen Aufgaben. 

1. Platz: Ronja Vogt 5d, Robert Lindemann 6b, Fenja Krebs 8d, Jan Ole Egbers 10e
2. Platz: Jonas Kunis 6c, Mika Danner 8b, Paul Elfering 10e
3. Platz: Hugo Bauschulte 5b, Sarosh Hinawi 8b

Text und Foto: Frank Pundsack, 09.05.2019


„Türen öffnen“ – so lautete das Motto der dritten Auflage des Schreibzirkus‘ am Ratsgymnasium. Jeden Tag durchschreiten wir zahlreiche Türen. Wer oder was erwartet uns auf der anderen Seite? Verbirgt sich dahinter ein Abenteuer oder gar eine fantastische Welt mit Elfen, Feen und Einhörnern? Oder steht das Motto als Sinnbild für die Erfüllung von Träumen oder die Eröffnung neuer Horizonte? Nachdem 74 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5-7 an einem Nachmittag im Januar Ideen zu diesem Motto gesammelt und geordnet und ihre Geschichten geschrieben hatten, öffneten sich am Dienstag, den 7. Mai die Türen der Aula, um Raum zu geben für die Verkündung der Sieger. Auch die Juroren hatten es sich nicht nehmen lassen, zu dieser Feierstunde in die Schule zu kommen, um die Siegergeschichten vorzutragen und einen Einblick in das kreative Schaffen der Schreibakrobaten zu geben. 

Helene Sundermann (5a) belegte mit ihrer Geschichte „Für den Regen!“ im fünften Jahrgang den ersten Platz und überzeugte die Jury mit einer märchenhaften Erzählung, in der ein Mädchen mehrere knifflige Rätsel lösen muss, damit es endlich wieder regnet und die Blumen im Beet wieder wachsen können. Ricarda Dünne (5a) und Ronja Vogt (5d) schafften es auf die Plätze zwei und drei.

Inspiriert durch die Geschichte der Oma einer Freundin verfasste Laura Köcher (6e) eine sehr sensible Erzählung, in der die Ich-Erzählerin ihrer an Demenz erkrankten Oma aus einem Kinderbuch vorliest und ihr so eine Tür zurück in ihr altes Leben öffnet. Mit dieser Erzählung belegte sie den ersten Platz im sechsten Jahrgang, gefolgt von Jonas Kunis (6c) und Daniel Cancik (6b).

Romy Kosma (7c) entführt als Erstplatzierte des siebten Jahrgangs ihre Leser in die Welt der Grand Hotels. Ein noch jugendlicher Protagonist arbeitet als Concierge und geht einem Rätsel auf den Grund, denn viele ältere Menschen benutzen den Aufzug, obwohl sie gar nicht im Hotel wohnen. Dieser entpuppt sich schließlich als Sinnbild für den letzten Weg in den Himmel. Auch Jamila Schabbing (7e) und Sophie Saatkamp (7b) wussten die Jury mit ihren Geschichten in den Bann zu ziehen – sie belegten die Plätze zwei und drei.

Einen kleinen Eindruck in die Ideenwelten der kreativen Schreiberinnen und Schreiber bietet das Büchlein, in dem alle Siegergeschichten dank der freundlichen finanziellen Unterstützung durch die Felix Schoeller Group veröffentlicht und allen Teilnehmern zusammen mit einer Teilnehmerurkunde überreicht werden konnten. Die Preisträger erhielten zusätzlich Sachpreise, die von den Buchhandlungen Wenner und zur Heide gestiftet wurden.

Wir gratulieren herzlich allen Preisträgerinnen und Preisträgern und freuen uns schon jetzt auf viele kreative Köpfe beim Schreibzirkus im kommenden Schuljahr!

Text und Foto: Janine Rörsch-Eisenberg, 09.05.2019


Mit großer Freude und unendlicher Erleichterung wird der Beschluss des Stadtrats begrüßt, die Erweiterung des Ratsgymnasiums durch einen Solitärbau zu realisieren. Dieser Beschluss sorgt dafür, dass auch in Zukunft die hohe Schulqualität am Ratsgymnasium erhalten bleibt.

Wir möchten uns bei allen bedanken, die unser Anliegen in den letzten Monaten bis hin zur Entscheidung im Rat der Stadt am 30.4.2019 unterstützt haben. Unser Dank gilt besonders den Mitgliedern der Fraktionen im Rat, die sich persönlich intensiv mit unserem Anliegen auseinandergesetzt haben um eine sachgerechte Lösung zu finden. Die Abstimmungsgemeinschaft aus CDU, BOB, den Linken, der FDP, dem Piraten und dem Oberbürgermeister leistet damit einen großen Beitrag dazu, den Schülerinnen und Schülern am Ratsgymnasium weiterhin ein positives Lernumfeld zur Verfügung zu stellen.

Vorwürfe ans Ratsgymnasium bezogen auf eine Bevorzugung rufen Verwunderung hervor. Seit fast 50 Jahren müssen Schülerinnen und Schüler Unterricht in Containern erleben. Auch haben wir aus Sparsamkeitsgründen immer auf die Einrichtung einer Mensa verzichtet und beschränken uns auf unsere in Eigenleistung erstellte Cafeteria. Wir glauben nicht daran, dass eine Neiddebatte, wie sie von den Grünen initiiert wird, hilfreich ist. Sie entbehrt jeder sachlichen Grundlage. Das Ratsgymnasium war und ist immer daran interessiert, sparsam und effizient das Beste für die Schülerinnen und Schüler zu erreichen.

Wenn unsere Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihres Engagements gelernt haben, an Entscheidungsprozessen mitzuwirken, indem sie ihre Interessen formulieren und politische Gremien informieren, so ist das kein zu kritisierender Lobbyismus sondern gelebte Demokratie.

Wir setzen jetzt auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Schulverwaltung bei den weiteren Planungsschritten und sehen der kommenden Zeit mit der Errichtung des Neubaus mit Freude entgegen.

gez.      Lothar Wehleit, Schulleiter des Ratsgymnasiums

Manfred Huesmann, stellvertr. Schulleiter des Ratsgymnasiums

Foto: Silke Klar

Ratsgymnasium feiert Schulpartnerschaften mit der EU-Hymne in sechs Sprachen „Freude, schöner Götterfunken“ auf Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Polnisch und Finnisch von 1000 Schülern gesungen – das hat Osnabrücks Markt vorher wohl noch nie erlebt. Anlass war das Jubiläum internationaler Schulpartnerschaften des Ratsgymnasiums.

Osnabrück 50 Jahre Schüleraustausch mit der Royal Grammar School High Wycombe in England, 40 Jahre mit dem Lycée St. Martin in Angers, Frankreich, 10 Jahre mit Kontiolahti Koulu, Finnland, 10 Jahre mit der Pipers Corner School High Wycombe, England, und 8 Jahre mit dem Niftarlake-College in Maarssen, Niederlande – ergibt zusammen 118 Jahre gelebter Partnerschaften mit fünf Schulen jenseits der nationalen Grenzen.

Um das halbe Dutzend voll zu machen, setzten die Schulleiter des Ratsgymnasiums, Lothar Wehleit, und des Lyzeum Nowodworek in Krakau, Jacek Kaczor, ihre Unterschriften unter eine weitere Partnerschaftsurkunde. Damit ist das bereits vor Jahren als „Europaschule“ ausgezeichnete Ratsgymnasium nun auch mit einer Schule im östlichen Nachbarland Polen verbunden.

Für Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) waren die Jubiläen ein Anlass, nach Osnabrück zu kommen und zu gratulieren. Der Festakt fand im Friedenssaal statt – ein passenderer Ort für die Feier des Ratsgymnasiums als der historischen „Schule des Rates der Stadt“ war kaum denkbar.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert bat den Minister als erste Amtshandlung um sein Autogramm – Tonne durfte sich im Goldenen Buch der Stadt verewigen. Anschließend überreichte er ihm als Gastgeschenk eine Miniatur des Friedensreiters. Der Westfälische Frieden von 1648 habe den Weg gebahnt für das spätere europäische Zusammenwachsen, sagte er. In neuerer Zeit seien die Schulpartnerschaften genauso wie die Städtepartnerschaften wichtige Elemente, die den Anspruch Osnabrücks, eine Friedensstadt zu sein, mit Leben erfüllten.

Tonne griff den Gedanken des Friedenssaals als des Ortes auf, an dem die europäische Idee maßgeblich entwickelt worden sei, und bat die anwesenden Schülervertreter, nicht nachzulassen und den regen Austausch mit den Partnerschulen weiter zu pflegen. „Ihr lebt das geeinte Europa wie selbstverständlich und selbstbewusst. Dabei hinterlasst Ihr Spuren, Ihr helft, den Frieden zu sichern“, sagte er. Und er erinnerte daran, dass Frieden und Demokratie immer wieder neu erlernt und verteidigt werden müssten. Die junge Generation solle laut sein und den Europagedanken nach außen tragen. „Vielleicht wäre es nicht zum Brexit-Votum gekommen, hätten sich mehr junge Briten am Referendum beteiligt“, mutmaßte Tonne.

Die gewünschte Lautstärke herrschte dann draußen auf dem Markt. Die gesamte Schülerschaft des Ratsgymnasiums mit Ausnahme des zwölften Jahrgangs, der zur selben Zeit über den Abiturklausuren brütete, war erschienen, noch verstärkt durch gerade an der Schule weilende Austauschschüler aus England, Frankreich und Finnland. In vier Gruppen sangen sie im Wechsel die Europahymne „Ode an die Freude“ in verschiedenen Sprachen, wobei die Schülerkapelle des Ratsgymnasiums kräftig unterstützte. Wehleit und seine Schulleiter-Kollegen aus vier Nationen stimmten aus voller Kehle mit ein. Wehleit hatte zuvor die „lieben Freunde“ aus England, Frankreich, Finnland und Polen namentlich willkommen geheißen und den verantwortlichen Lehrern in den beteiligten Schulen gedankt, ohne die Austausche in dieser Kontinuität nicht denkbar wären. Als besonders weitsichtig und mutig bezeichnete er den Start mit High Wycombe vor 50 Jahren, als die Katastrophen des 20. Jahrhunderts noch viel präsenter waren als heute. „Ich weiß von keiner länger währenden deutsch-englischen Schulpartnerschaft in Niedersachsen als unserer“, stellte er fest und deklinierte seine Grußworte anschließend dem Anlass angemessen auch in Englisch und Französisch durch.

Die angesprochenen Gäste erwiderten überwiegend auf Deutsch. Direktor Jacek Kaczor aus Krakau sprach von einem „magischen Moment“, den er angesichts der geschichtlichen Bedeutung des Friedenssaales bei der Unterzeichnung empfunden habe. Die finnische Schuldirektorin Auli Pilkki dankte für die Chancen, die sich dank Europa ihrem Land im hohen Norden eröffnet hätten. Der französische Directeur François Roseray berichtete stolz von den fruchtbaren Kontakten nach Osnabrück, die bereits zu einer Eheschließung und einem deutsch-französischen Partnerschaftskind geführt hätten. Der englische Headmaster Philip Wayne schließlich brachte die Erwartung zum Ausdruck, dass seine Schüler auch nach einem Brexit sich weiterhin als gute Europäer fühlen würden. Er hoffe, dass eine kommende Generation britischer Politiker sich nicht so verhalten werde wie die derzeitige.

Text: Joachim Dierks aus der NOZ vom 03.04.2019, Video: Claus Adelski


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