Neunte Präsentationsveranstaltung des „Osnabrücker Projektsommers“

Schüler als Vortragende in Universitätsräumen, diesen Rollenwechsel konnten ca. 70 Zuhörer am Freitag, den 7. 12. 2018 im European Legal Studies Institute (ELSI) in der Süsterstraße erleben. Als Abschluss des „Osnabrücker Projektsommers“, einer Kooperation zwischen der Universität und dem Ratsgymnasium Osnabrück, referierten 14 Schüler und Schülerinnen des Ratsgymnasiums zu selbst gewählten Themen, auf die sie sich mit der Unterstützung von Sylvia Janßen und Robert Stutzenstein und externen Mentoren aus Forschung, Wirtschaft und Kollegium vorbereitet hatten. Nach dem Beginn des Projektsommers im April diesen Jahres mit mehreren Workshops, Einzelcoachings undVorbereitungstreffen bildete diese Abschlussveranstaltung nun ein angemessenes Finale, in dem Erstaunliches, Wissenswertes, Überraschendes und Anregendes von den 14 Teilnehmern in 10 Vorträgen professionell präsentiert wurde.

So vielfältig wie die vom Gastgeber der Veranstaltung, Prof. Dr. Hans Schulte-Nölke hervorgehobene Themenbreite gestaltete sich der abwechslungsreiche Vortragsabend. Egal, ob es um Bienen, Künstliche Intelligenz, die DSGVO, die Geschichte des Fußballsports oder die Wirkung der menschlichen Stimme geht, die Vortragenden konnte durch fundiertes Wissen und guten Vortragsstil überzeugen. Unser Dank und unser Respekt geht an Ioana Boltres, Lena Beckmann, Jamila Schabbing, Raphael Koestel, Xuan Ngo, Jonas Kunis, Jesse Zündorf, Jan Stärk, Thorben Walter, Jette Strauch, Nell Lübbert, Aly Raddatz, Christoph Wegner und Simon Voß.

Text & Foto: Sylvia Janßen, Robert Stutzenstein, 09.12.2018

LiesA zu Gast im Ratsgymnasium

Wenn einmal der Schuh drückt, …. dann hat man nicht unbedingt „Fußhusten“(1), sondern es kann auch sein, dass man noch auf der Suche nach dem passenden Buch zu Weihnachten ist.
Aus diesem Grund kamen am 26. November zum wiederholten Mal zahlreiche Eltern und Kollegen des Ratsgymnasiums in unsere vorweihnachtlich geschmückte Bibliothek, um hier LiesA (Lesen ist ein starker Anfang alias Stephanie Scholze, Referentin für Leseförderung und Literaturerziehung) zuzuhören. LiesA stellte literarische Neuerscheinungen vor, die sie selbst für lesenswert oder auch vorlesenswert hält. Eigentlich stellte sie die Bücher nicht nur vor, sie machte die Geschichten „ihrer“ Helden lebendig – so, dass jeder Zuhörer in den Bann von unheimlichen Senfgurken, Sichel, dem Hausmeisterbasketballtrainer, Vampirzwergen, Tankstellenchips oder eben Fußhusten genommen wurde. Auch wenn es sich bei den präsenterten Büchern vornehmlich um Kindergeschichten, Jugendbücher und Literatur für junge Erwachsene handelte, konnten auch die Eltern und Lehrer in die Welt der jüngeren Generaton wunderbar abtauchen. Nach einer Pause, in der man sich bei Punsch und Gebäck über Bücher unterhalten konnte, erfüllte LiesA die Wünsche des Publikums: Wenn ein Titel auf der langen Liste mit Literaturtipps die Zuhörer besonders interessierte, dann gab sie einen Vorgeschmack auf den Inhalt dieses Werkes.
War die Begeisterung für einen Titel spontan geweckt, so konnte man an dem gut sortierten Büchertisch der Buchhandlung zur Heide sofort zum Kauf schreiten und eine der ersten Weihnachtsbesorgungen war umgehend erledigt … dieser Schuh drückt jetzt jedenfalls nicht mehr.

1 St. Schneider und A. Henn: Mia hat Fußhusten, Sauerländer 2018.

Text & Foto: Silke Klar, 28.11.2018

Montag, 26. November 2018
19.30 Uhr
RATSGYMNASIUM KOHLENKELLER

Tagesordnung
TOP 1: Begrüßung durch die Vorsitzende TOP 2: Bericht des Kassenwarts
TOP 3: Entlastung des Vorstands
TOP 4: Neuwahl der Vorstandsmitglieder TOP 5: Neuwahl der Kassenprüfer
TOP 6: Bericht des Schulleiters zur Situation der Schule TOP 7: Verwendung der vorhandenen Mittel
TOP 8: Planung gemeinschaftsfördernder Unternehmungen im Jahr 2019 TOP 9: Verschiedenes

Ihre verbindliche Anmeldung erbitte ich bis Mittwoch, den 21. November 2018.

Ich freue mich auf Ihr Kommen und verbleibe

mit herzlichen Grüßen

Herlinde Fohs (Vorsitzende)

 

 Kundgebung der Pulse of Europe – Bewegunk am 21. Oktober 2018

Seit 2017 ist die pro-europäische Bürgerbewegung „Pulse of Europe“ auch in Osnabrück aktiv. Mit ihren Aktionen mobilisiert sie Menschen, sich gemeinsam für ein vereintes, friedliches und zukunftsfähiges Europa zu engagieren.

Bei der nächsten Kundgebung am Sonntag, den  21. Oktober 2018, werden Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums mitwirken und Aktivitäten unserer Europaschule sowie ihre Erfahrungen in und mit Europa vorstellen.

Gemeinsam mit dem Bundesnetzwerk der Europaschulen unterstützt das Ratsgymnasium die „Pulse of Europe“-Bewegung und wir hoffen, dass viele Schüler/innen, Eltern und Lehrkräfte zu der Kundgebung am 21. Oktober 2018 kommen, um gemeinsam für die Wahrung der europäischen Werte, wie Demokratie, Menschenwürde, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit, Vielfalt  und Minderheitenschutz, einzustehen.

Treffpunkt: 14.00 Uhr vor dem Rathaus

Ilka Mertens, Uwe Richter

Wer nach der Grundschule an das Ratsgymnasium kommt, der merkt schnell, dass unsere Schule mit dem Rudersport eng verbunden ist!

Nach der ersten vollen Schulwoche an der neuen Schule waren alle Fünftklässler am Freitag, den 17. August eingeladen, am Kanal in die Ruderboote zu steigen und aus grauer Theorie Praxis werden zu lassen. Vielleicht ist das ja alles gar nicht so schwer und das Rudern kann ein neuer Lieblingssport werden?

Also einsteigen, Füße in die Schlaufen, Skulls in die Hände und zuhören, was die erfahrenen, älteren Ruderer und Ruderinnen zu sagen haben. Schnell stellten die Anfänger fest, wie gut man vorwärtskommt, wenn man sich im gleichen Rhythmus auf den Rollsitzen bewegt und die Blätter gleichzeitig ins Wasser taucht. Ein tolles Gefühl, wenn so ein Boot immer schneller übers Wasser gleitet.

Nach den ersten Ruderversuchen im Vierer konnten sich alle Beteiligten mit Pommes Frites und Bratwurst stärken und anschließend mit ihrer Klasse in die Drachenboote steigen und gemeinsam gegen eine andere Klasse antreten. Interessierte Eltern hatten ebenfalls die Möglichkeit, mit dem Drachenboot zu fahren.

Für die Pausenzeiten hatten die Klassenpaten und freiwillige Helfer außerdem viele Spiele organisiert, so dass die Zeit am Bootshaus schnell verflog und die erste Schulwoche am Ratsgymnasium ein tolles Ende fand. Allen Beteiligten sei herzlich für ihren Einsatz gedankt, besonders natürlich Herrn Funke und Herrn Ahrens, die sich sicher sein dürfen, dass auch in den nächsten Wochen viele neue Schülerinnen und Schüler am Bootshaus sein werden und rudern lernen wollen. Viel Erfolg!

 

Text: Silke Klar, Fotos: Claus Adelski, 19.08.2018

Nein, kein Scherz, sondern Realität in der letzten Ek-Stunde der 6a und 6d des Ratsgymnasiums. Beide Klassen werden von Frau Janßen unterrichtet und da Vulkanismus auf dem Lehrplan stand, wurde beiden im Doppelpack das Thema näher gebracht. Im ersten Teil der Doppelstunde wurde mit Hilfe von Filmmaterial die unterschiedlichen Vulkantypen erläutert und Fluch und Segen des Naturphänomens erklärt.
Die 6. Std. fand dann auf dem Schulhof statt. Viele Schüler aus beiden Klassen hatten zu Hause zum Teil mit enormen Bastelaufwand Vulkanmodelle gebaut, die dann live „ausbrachen“, je nach Technik mit ohne ohne Rauch, mal war die Lava gelblich (Schwefel?), mal war sie himbeerrot.
Die Schüler hatten jedenfalls Spaß, vor allem, weil zwei Vulkane dabei waren, die tatsächlich Feuer spuckten.

Vielen Dank nochmals an alle Schüler, die sich teils mit Hilfe der Eltern mit sehr viel Mühe auf dieses Experiment vorbereitet haben.
Text und Foto: Sylvia Janßen, 26.06.2018

Lernstrategien entwickeln – Bestnoten erzielen – Seminar für Schüler/innen
Im Laufe der Schulzeit bewältigen wir rund 100 Prüfungen. Gerade die Abschlussprüfungen setzen uns unter Druck, da sie für die weitere Zukunft entscheidend sind. Das Seminar soll Tipps und Tricks geben, Prüfungen mit der nötigen Gelassenheit anzugehen und dabei gute Noten zu erzielen. Inhalte des Seminars:
  • Umgang mit Prüfungsstress
  • Lernstrategien entwickeln
  • Selbstmanagement
  • Zeitmanagement
  • richtige Prüfungsvorbereitung

Bei Interesse kannst du dich hier anmelden.

Das Ratsgymnasium nahm auch dieses Jahr mit etlichen Klassen am Kunstwettbewerb „jugend creativ“ teil. Rund 2500 Bilder und Kurzfilme zum Thema „Erfindungen verändern unser Leben“ nahmen auf Ortsebene am 48. internationalen Jugendwettbewerb teil. Am 19. April 2018 fand die Siegerehrung in der Filmpassage Osnabrück statt und die stolzen Gewinner wurden mit einer Urkunde, einer Tasse, bedruckt mit dem eigenen Siegerbild sowie Kinogutscheinen geehrt. Im Anschluss konnten die Gekürten einen gemütlichen Kinonachmittag mit Popcorn und Getränken im Kreise ihrer Familien und Freunde verbringen.
In der Altersgruppe Klasse 5 bis 6 gewannen Romy Kosma (6c) den dritten Platz und Smilla Saathoff (5d) den zweiten Platz. Mateo de Jesus Pêga (5b) erlangte mit seinem Bild zu „Erfindungen verändern unser Leben“ den ersten Platz.
In der Kategorie Kurzfilme drehte die Klasse 10d lustige Filme zu Erfindungen der ganz besonderen Art. Der dritte Platz ging an die Filmgruppe von Ajla Kalac, Abigail Mathew und Karoline Pauls. An einem Kaffeenachmittag verwandelt sich der umgestoßene Kuchenteig wie aus Zauberhand zu drei leckeren Donuts. Den zweiten Platz errangen Cornelius Gallenkamp, Felix Petzoldt und Hendrik Schnee. In ihrem witzigen Film wird ein wundersames Verjüngungsmittel für einen Hund entwickelt. Janaina Domingos, Malek Mallouk, Marit Mortzek und Jeremias Vigo Pantoja gewannen den ersten Platz. Ein monströser Bartwuchs plagt einen Schüler, bis wissenschaftliche Superheldinnen den Rasierer für ihn erfinden.
In der Altersgruppe 10. bis 13. Klasse wurde unter dem Thema „Erfindungen und ihre Auswirkungen“ ein bewertender Blick auf die Erfindungen verlangt. Der Profilkurs Kunst 12A3 visualisierte nützliche Errungenschaften wie die Brille, kritisierte Umweltverschmutzung sowie Medienkonsum und setzte sich mit den negativen Aspekten von Energieverbrauch oder Autoabgasen auseinander. Den vierten Platz teilten sich Natalie Scharf und Lina Grünloh. Romina Meyer errang den dritten Platz und Katharina Lückmann den zweiten Platz. Lisa-Marie Kobusch wurde mit dem ersten Platz gekürt.

Wir gratulieren ganz herzlich unseren zahlreichen Ortssiegern und drücken die Daumen für die Landesebene.

Text & Foto: R. Baumans 05.05.2018

Am Dienstag, den 4. April, trafen sich 39 Grundschülerinnen und -schüler aus 13 Grundschulen, um einen Nachmittag Schaltungen zu erfinden, Knoten zu lösen, Wasser geschickt hin und her zu schütten oder (wackelige) Türme aus Putzschwämmen zu bauen – zusammengefasst: um zu tüfteln…

An 6 Tüftel-Stationen mussten die Teilnehmer in 3er-Teams ihr technisches und kreatives Geschick unter Beweis stellen: Wie bringe ich möglichst viele Zahnräder gleichzeitig zum Drehen, und das in der vorgegebenen Drehrichtung? Wie kann ich eine möglichst tragfähige Brücke bauen, wenn die vorhandenen Brettchen kürzer als der zu überbrückende Abgrund sind? Wie schaltet man eigentlich eine Ampel?

Nach dem Absolvieren der Wettbewerbsaufgaben war noch ausreichend Zeit zum Spielen auf dem Pausenhof und zum Basteln des „Schwebenden Bleistifts“, ein schöner Trick mit Magneten.

Die mit Sachpreisen belohnten ersten drei Plätze gewannen dieses Jahr:

  1. Platz: Waldschule Lüstringen (Leo Hoyer, Julius Reckhorn, Leo Braune))
  2. Platz: Grundschule Voxtrup (Jannis Boes, Fritz Bröcker, Eric Heyne)
  3. Platz: Grundschule Eversburg (Jaron Erfurt, Daniel Kravchenko, Johannes Zutz)

Unser Dank gilt den Profilkursen Klasse 11 von Frau Busch und Herrn Pundsack und etlichen ehemaligen Teilnehmern des Tüftel-Tigers, die uns als Betreuer, Scouts, Aufgabensteller, Empfangskomitee, Caterer und Punkterichter geholfen haben.

Ein weiterer Dank geht an die VME-Stiftung Osnabrück Emsland, die den Tüftel-Tiger seit Jahren finanziell unterstützt.

Text & Foto: Robert Stutzenstein

Langstrecken-Ass Jan Fitschen kehrte in seine Schule zurück

 Zum „Bibliotheksgespräch“ hatte die Vereinigung ehemaliger Ratsgymnasiasten ihr Neu-Mitglied Jan Fitschen (Jahrgang 1977, Abitur 1996) eingeladen. Er berichtete von seinem Bildungsweg und beruflichen Wünschen, bis ihm dann sein Sporttalent in die Quere kam.

„Lauf, Junge, das kann dein Rennen werden!“, rief der Fernsehreporter mit sich überschlagender Stimme dem Osnabrücker Ausnahmeathleten Jan Fitschen zu, als dieser im 10.000-Meter-Finale bei den EM 2006 in Göteborg zum Endspurt ansetzte und die drei führenden Läufer einen nach dem anderen wegputzte.

Warum der Titel eines Europameisters so ziemlich das höchste ist, was ein Langstreckenläufer weißer Hautfarbe erreichen kann, wie niedergeschlagen man ist, wenn eine blöde Erkältung ein halbes Jahr qualvoller Trainingsvorbereitung zunichtemacht, inwiefern der ehrliche, nicht dopende Athlet sich gleich dreimal betrogen fühlt, wie erniedrigend die Doping-Kontrollen sein können – all das und noch viel mehr schilderte Fitschen seinem Publikum.

Wenn ein 28-facher Deutscher Meister mal wieder seine alte Penne besucht, dann reichen die Stühle nicht. Wegen des starken Andrangs musste der Ehemaligen-Verein als Veranstalter kurzfristig das „Bibliotheksgespräch“ mit Jan Fitschen aus der Bibliothek in den größeren Musiksaal verlegen. Fitschen hielt nicht den Standardvortrag über Trainingsdisziplin, Krisenmanagement und Selbstmotivation, den er nach Beendigung seiner Profi-Karriere schon oft vor Wirtschaftsleuten oder Sportvereinen gehalten hat. Er ging sehr stark auf das Rüstzeug ein, das ihm die allgemeinbildenden Schulen mitgegeben haben. Zum Auftakt brachte er ein Klassenfoto, das ihn als zwölfjährigen Milchbubi in der Ratsgymnasiums-Außenstelle Eversburg zeigt. Ziemlich lange dauerte es, bis das Publikum ihn erkannt hatte. Auch anwesende Klassenkameradinnen waren keine große Hilfe, nachdem sie sich selbst kaum ausmachen konnten.

Wider alle Erwartungen aus heutiger Sicht verwertete er sein Sporttalent nicht nutzbringend im Abitur. Sport gehörte nicht zu den Prüfungsfächern. Sein Physiklehrer habe ihn sehr geprägt, berichtete Fitschen, und so belegte er Mathe und Physik als Leistungskurse. Laufwettkämpfe – im Trikot des SV Atter und später des OTB – gehörten da zwar auch schon zu seinem Leben, aber nicht im Traum habe er sich damals vorstellen können, immer im Kreis herumzulaufen und damit einmal Geld zu verdienen. Folgerichtig steuerte er nach Schule und Zivildienst einen „anständigen“ Beruf an, wechselte nach Bochum und studierte dort Physik.

Nun war seine Wahl auf Bochum allerdings nicht wegen eines besonderen Rufes der Physik-Fakultät gefallen, sondern wegen der hochklassigen Trainingsmöglichkeiten im benachbarten TV Wattenscheid 01. Unter Anleitung eines hauptberuflichen Trainers gelang ihm hier der Durchbruch an die Spitze Deutschlands und später Europas auf der Mittel- und Langstrecke. Fitschen eilte von Erfolg zu Erfolg, wurde 1996 nach dem ersten Deutscher-Meister-Titel im Crosslauf zum „Sportler des Jahres“ in seiner Heimatstadt Osnabrück gewählt, sammelte einen Pokal nach dem anderen ein und konnte spätestens nach dem Erringen der Europameisterschaft 2006 gut von Startgeldern, Prämien und Werbeverträgen leben. Dass das Physikstudium – Spezialgebiet Laser- und Plasmaphysik – darunter litt, kann er sich heute lachend verzeihen, denn: „Nach 21 Semestern habe ich mein Diplom doch noch hingekriegt, ich bin eben ein Freund der Ausdauer.“ Und in dem Bewusstsein, dass es auch noch ein Berufsleben nach dem aktiven Sportlerdasein geben werde, hängte er gleich noch ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an.

Der Rücktritt vom Leistungssport kam nach seiner zweiten Fersen-Operation 2015. Fitschen bekennt, seitdem nicht schlechter zu leben als zu den aktiven Zeiten. Er arbeitet als Trainer, Berater, Werbebotschafter und Co-Kommentator im Fernsehen, er schreibt für Laufzeitschriften, er hilft Sportartikelherstellern bei der Weiterentwicklung ihrer Produkte wie beispielsweise Stirnlampen, er geht auf Vortragsreisen, er hält Laufcamps etwa auf Mallorca oder in Kenia ab. Und er ist Buchautor: In „Wunderläuferland Kenia“ geht er dem Erfolgsgeheimnis der schwarzen Laufwunder nach. „Ohne den soliden Schulunterricht in Deutsch, Englisch und den Naturwissenschaften stünde ich heute nicht da, wo ich jetzt stehe“, gab er insbesondere den angehenden Rats-Abiturienten mit auf den Weg. Die anwesenden Lehrer und der Schulleiter hörten das gerne.

 

Text: Joachim Dierks, Foto: Lothar Wehleit.