Am Dienstag, den 4. April, trafen sich 39 Grundschülerinnen und -schüler aus 13 Grundschulen, um einen Nachmittag Schaltungen zu erfinden, Knoten zu lösen, Wasser geschickt hin und her zu schütten oder (wackelige) Türme aus Putzschwämmen zu bauen – zusammengefasst: um zu tüfteln…

An 6 Tüftel-Stationen mussten die Teilnehmer in 3er-Teams ihr technisches und kreatives Geschick unter Beweis stellen: Wie bringe ich möglichst viele Zahnräder gleichzeitig zum Drehen, und das in der vorgegebenen Drehrichtung? Wie kann ich eine möglichst tragfähige Brücke bauen, wenn die vorhandenen Brettchen kürzer als der zu überbrückende Abgrund sind? Wie schaltet man eigentlich eine Ampel?

Nach dem Absolvieren der Wettbewerbsaufgaben war noch ausreichend Zeit zum Spielen auf dem Pausenhof und zum Basteln des „Schwebenden Bleistifts“, ein schöner Trick mit Magneten.

Die mit Sachpreisen belohnten ersten drei Plätze gewannen dieses Jahr:

  1. Platz: Waldschule Lüstringen (Leo Hoyer, Julius Reckhorn, Leo Braune))
  2. Platz: Grundschule Voxtrup (Jannis Boes, Fritz Bröcker, Eric Heyne)
  3. Platz: Grundschule Eversburg (Jaron Erfurt, Daniel Kravchenko, Johannes Zutz)

Unser Dank gilt den Profilkursen Klasse 11 von Frau Busch und Herrn Pundsack und etlichen ehemaligen Teilnehmern des Tüftel-Tigers, die uns als Betreuer, Scouts, Aufgabensteller, Empfangskomitee, Caterer und Punkterichter geholfen haben.

Ein weiterer Dank geht an die VME-Stiftung Osnabrück Emsland, die den Tüftel-Tiger seit Jahren finanziell unterstützt.

Text & Foto: Robert Stutzenstein

Langstrecken-Ass Jan Fitschen kehrte in seine Schule zurück

 Zum „Bibliotheksgespräch“ hatte die Vereinigung ehemaliger Ratsgymnasiasten ihr Neu-Mitglied Jan Fitschen (Jahrgang 1977, Abitur 1996) eingeladen. Er berichtete von seinem Bildungsweg und beruflichen Wünschen, bis ihm dann sein Sporttalent in die Quere kam.

„Lauf, Junge, das kann dein Rennen werden!“, rief der Fernsehreporter mit sich überschlagender Stimme dem Osnabrücker Ausnahmeathleten Jan Fitschen zu, als dieser im 10.000-Meter-Finale bei den EM 2006 in Göteborg zum Endspurt ansetzte und die drei führenden Läufer einen nach dem anderen wegputzte.

Warum der Titel eines Europameisters so ziemlich das höchste ist, was ein Langstreckenläufer weißer Hautfarbe erreichen kann, wie niedergeschlagen man ist, wenn eine blöde Erkältung ein halbes Jahr qualvoller Trainingsvorbereitung zunichtemacht, inwiefern der ehrliche, nicht dopende Athlet sich gleich dreimal betrogen fühlt, wie erniedrigend die Doping-Kontrollen sein können – all das und noch viel mehr schilderte Fitschen seinem Publikum.

Wenn ein 28-facher Deutscher Meister mal wieder seine alte Penne besucht, dann reichen die Stühle nicht. Wegen des starken Andrangs musste der Ehemaligen-Verein als Veranstalter kurzfristig das „Bibliotheksgespräch“ mit Jan Fitschen aus der Bibliothek in den größeren Musiksaal verlegen. Fitschen hielt nicht den Standardvortrag über Trainingsdisziplin, Krisenmanagement und Selbstmotivation, den er nach Beendigung seiner Profi-Karriere schon oft vor Wirtschaftsleuten oder Sportvereinen gehalten hat. Er ging sehr stark auf das Rüstzeug ein, das ihm die allgemeinbildenden Schulen mitgegeben haben. Zum Auftakt brachte er ein Klassenfoto, das ihn als zwölfjährigen Milchbubi in der Ratsgymnasiums-Außenstelle Eversburg zeigt. Ziemlich lange dauerte es, bis das Publikum ihn erkannt hatte. Auch anwesende Klassenkameradinnen waren keine große Hilfe, nachdem sie sich selbst kaum ausmachen konnten.

Wider alle Erwartungen aus heutiger Sicht verwertete er sein Sporttalent nicht nutzbringend im Abitur. Sport gehörte nicht zu den Prüfungsfächern. Sein Physiklehrer habe ihn sehr geprägt, berichtete Fitschen, und so belegte er Mathe und Physik als Leistungskurse. Laufwettkämpfe – im Trikot des SV Atter und später des OTB – gehörten da zwar auch schon zu seinem Leben, aber nicht im Traum habe er sich damals vorstellen können, immer im Kreis herumzulaufen und damit einmal Geld zu verdienen. Folgerichtig steuerte er nach Schule und Zivildienst einen „anständigen“ Beruf an, wechselte nach Bochum und studierte dort Physik.

Nun war seine Wahl auf Bochum allerdings nicht wegen eines besonderen Rufes der Physik-Fakultät gefallen, sondern wegen der hochklassigen Trainingsmöglichkeiten im benachbarten TV Wattenscheid 01. Unter Anleitung eines hauptberuflichen Trainers gelang ihm hier der Durchbruch an die Spitze Deutschlands und später Europas auf der Mittel- und Langstrecke. Fitschen eilte von Erfolg zu Erfolg, wurde 1996 nach dem ersten Deutscher-Meister-Titel im Crosslauf zum „Sportler des Jahres“ in seiner Heimatstadt Osnabrück gewählt, sammelte einen Pokal nach dem anderen ein und konnte spätestens nach dem Erringen der Europameisterschaft 2006 gut von Startgeldern, Prämien und Werbeverträgen leben. Dass das Physikstudium – Spezialgebiet Laser- und Plasmaphysik – darunter litt, kann er sich heute lachend verzeihen, denn: „Nach 21 Semestern habe ich mein Diplom doch noch hingekriegt, ich bin eben ein Freund der Ausdauer.“ Und in dem Bewusstsein, dass es auch noch ein Berufsleben nach dem aktiven Sportlerdasein geben werde, hängte er gleich noch ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an.

Der Rücktritt vom Leistungssport kam nach seiner zweiten Fersen-Operation 2015. Fitschen bekennt, seitdem nicht schlechter zu leben als zu den aktiven Zeiten. Er arbeitet als Trainer, Berater, Werbebotschafter und Co-Kommentator im Fernsehen, er schreibt für Laufzeitschriften, er hilft Sportartikelherstellern bei der Weiterentwicklung ihrer Produkte wie beispielsweise Stirnlampen, er geht auf Vortragsreisen, er hält Laufcamps etwa auf Mallorca oder in Kenia ab. Und er ist Buchautor: In „Wunderläuferland Kenia“ geht er dem Erfolgsgeheimnis der schwarzen Laufwunder nach. „Ohne den soliden Schulunterricht in Deutsch, Englisch und den Naturwissenschaften stünde ich heute nicht da, wo ich jetzt stehe“, gab er insbesondere den angehenden Rats-Abiturienten mit auf den Weg. Die anwesenden Lehrer und der Schulleiter hörten das gerne.

 

Text: Joachim Dierks, Foto: Lothar Wehleit.

Die Teilnehmer des diesjährigen Rats-Mathematik-Wettbewerbes wurden am Montag, den 19. Februar, in einer kleinen Feierstunde geehrt. 31 Schüler aus den Jahrgängen 5 bis 10 beeindruckten zuvor die Juroren und Organisatoren des Wettbewerbes, Frau Busch und Herrn Koch, in einer Hausaufgaben- und einer Klausurrunde durch ihre pfiffigen und kreativen Lösungen.
Die besonderen Leistungen der Sieger wurden mit Buchpreisen belohnt.
Wir gratulieren allen Teilnehmern für ihr Durchhaltevermögen bei den herausfordernden und kniffligen Aufgaben.
1. Platz
Sarah Menke (5e), Leo Papenhausen (7a)
2. Platz
Felix Werries (5d), Alicia Lancia (10d)
3. Platz
Robert Lindemann (5b), Felix Wessels (5b), Raphael Hirata (7a), Lara Bartels (8e)

Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Kolleginnen und Kollegen,

zu Beginn des neuen Jahres wünsche ich Ihnen und euch  für alle Ihre und eure Vorhaben gutes Gelingen und den größtmöglichen Erfolg. Das nötige Glück und die beste Gesundheit mögen die ständigen Begleiter sein.

Diese Wünsche gelten insbesondere den Schülerinnen und Schülern im Jahrgang 12 für die bevorstehenden Abiturprüfungen. Die Termine für die Prüfungstage und alles Weitere sind den entsprechenden Aushängen und Informationen auf den Jahrgangsversammlungen zu entnehmen und sorgfältig zu beachten.

Im Zusammenhang mit dem Abitur 2018 weise ich bereits heute daraufhin, dass es für die Jahrgänge 5-11 am 16. Mai einen Studientag geben wird, an dem für den Jahrgang 12 die mündlichen Abiturprüfungen stattfinden werden

Am Montag, den 29. Januar (ganztägig) und am Dienstag, den 30. Januar (nachmittags) wird sich das gesamte Lehrerkollegium in einer schulinternen Fortbildung befinden. Der Unterricht wird in diesen Zeiten entfallen. Nur am Montag findet keine Nachmittagsbetreuung statt.

Die Zeugniskonferenzen  für die Halbjahreszeugnisse finden am Mittwoch, den 24.1. und Donnerstag, den 25.1. 2018 statt. Die Einladungen haben die gewählten Elternvertreter bereits erhalten. Die Zeugnisse erhalten die Kinder am Mittwoch, den 31. Januar. Unterrichtsschluss ist nach der 3. Stunde (10.20 Uhr). Für den Elternsprechtag am 13. Februar erhalten Sie vom Klassenlehrer eine Einladung.

Bitte beachten Sie auch die Verteilung der epochalen Unterrichtsfächer, die ich Ihnen mit dem vorherigen Schulbrief mitgeteilt habe. Aktuelle Schulbriefe finden Sie übrigens auch auf der Homepage der Schule.

Den diesjährigen Schnupperunterricht und die Elterninformation für den neuen Jahrgang 5 bieten wir am Samstag, den 17. Februar in der Zeit von 10.00 – 12.00 Uhr an. Bei Nachfragen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis machen Sie bitte auf die Online-Anmeldung auf den Schulhomepage aufmerksam. Die Teilnehmerzahl ist auf 200 begrenzt.  Ohne diese Anmeldung wird eine Teilnahme nicht möglich sein. Aber auch am Tag der offenen Tür am Mittwoch, den 07.03.2018  in der Zeit von 16.30 Uhr bis 19.00 Uhr, gibt es neben vielen Angeboten zum „Mitmachen“ für die Kinder Elterninformationen über das schulische Angebot am Ratsgymnasium. Eine Voranmeldung ist dann nicht erforderlich.

Herzliche Einladung zum Bibliotheksgespräch mit Jan Fitschen

Am Donnerstag, den 22. Februar um 19.00 Uhr lädt die Vereinigung der Ehemaligen zu einem weiteren Bibliotheksgespräch ein. Als Gastredner konnte Jan Fitschen gewonnen werden. Jan Fitschen, Abi-Jahrgang 1996: „Lauf Junge, das kann dein Rennen werden!!!“  Physik und Mathe als LKs, viel Spaß an den Naturwissenschaften und gute Lehrer, da scheint der Weg vorgezeichnet. Heute kann Jan Fitschen nicht genau sagen, was passiert wäre, wenn er nicht auch gerne schnell im Kreis herumrennen würde. Er studierte erfolgreich Physik und Wirtschaftswissenschaften, doch meistens rannte er. Er wurde 28-facher Deutscher Meister im Langstreckenlauf und spätestens nach seinem Sieg bei der Europameisterschaft 2006 im 10.000m-Lauf war der Sport plötzlich sein Beruf. Und das ist er heute, vier Jahre nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn noch immer: Als Testimonial und Coach für eine Sportartikelfirma, als Aushängeschild einer Krankenkasse und eines Taschenlampen-herstellers, als Autor („Wunderläuferland Kenia“), als Vortragsredner und vor allem: Als Läufer. Jan Fitschen bringt seine Zuhörer zum Lachen und begeistert durch spannende Geschichten aus dem Leben als Profi-Sportler.
http://janfitschen.de/vortraege/
https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Fitschen
https://www.youtube.com/watch?v=xxmGTuV0cTg&t=58s

 

 

 

 

 

 

 

 

Besonders die Schüler des Sportprofils aber auch alle anderen sportinteressierten  Eltern und Gäste sind an diesem Abend herzlich willkommen.

Einige Informationen zur „Sprachlernklasse am Ratsgymnasium“: Nach dem Ausscheiden von Frau Bianca Mischnick als außergewöhnlich kompetente und engagierte Lehrerin für die Kinder aus den Flüchtlingsfamilien wird es aktuell keine Sprachlernklasse am Ratsgymnasium mehr geben. Ich wurde vom Ministerium aufgefordert, die nötige Sprachförderung der Kinder im Regelunterricht mit hauseigenen Lehrkräften zu organisieren, da die Unterrichtsversorgung am Ratsgymnasium immer noch außergewöhnlich hoch ist.

Diese hohe Unterrichtsversorgung führt auch dazu, dass ich in den letzten Wochen zur Abordnung von Lehrkräften an das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, zwei Realschulen und an die Grundschule Pye aufgefordert wurde.

Die zahlreichen Abordnungen, das Ausscheiden von Frau Mons, die ihr Staatsexamen erfolgreich absolvierte und von Herrn Bahar sowie die Aufnahme von vier neuen Referendaren führen zu zahlreichen Lehrerwechseln, die mit den neuen Stundenplänen am Tag der Zeugnisausgabe bekannt gegeben werden. Neu im Kollegium können wir  Frau Ruth Kullmann mit den Fächern Englisch, Biologie und Darstellendes Spiel begrüßen, die bereits viele Jahre in Hamburg unterrichtet hat.

Erneut erinnern möchte ich daran, dass eine Befreiung vom Unterricht vor und nach den Ferien für Verlängerungen von Urlaubsreisen nicht möglich ist. Die Ferientermine sind ausreichend lange im Voraus bekannt.

Anträge für einen freiwilligen Wechsel in eine untere Klassenstufe müssen der Schule wegen der Lage der Osterferien bis zum 16. März 2018 schriftlich vorliegen.

Lothar Wehleit
Oberstudiendirektor

Am 5. November 2017 fand in der Aula unserer Schule ein Konzert statt, das zwei Schülerinnen des 12. Jahrgangs (Julia Honerkamp und Paula Viehl) mit nur wenig Unterstützung durch zwei Lehrer initiiert und organisiert hatten. Nahezu dreißig Schülerinnen und Schüler zeigten in Solo- und auch Ensemblebeiträgen ihr beachtliches musikalisches Können. Auf ein Eintrittsgeld wurde verzichtet, stattdessen baten die Schüler um eine Spende für die Stiftung „Kinder brauchen Musik“. In diesem Video bedankt sich Rolf Zuckowski, der Initiator der Stiftung für den nicht unbeträchtlichen Beitrag.

Petra Appelhans, 19.12.2017

             

Steinmeier und Macron:            François und Lothar:

Neugründung Europas.             Die Freundschaft zwischen

Freundschaft zwischen              dem Lycée St. Martin und dem

dringlich und notwendig           Ratsgymnasium wurde erneut

(FAZ, 11.11.2017)                        bestätigt (am Ufer der Loire und

der Maine am 12.11. 2017)

 

27 11 2017

Taschengeldkino 6

Zertifikatsvergabe für die Lehrerinnen und Lehrer der berufsbegleitenden Qualifizierung am 24.11.2017 in Hannover

 

Bei der großen Abschlussveranstaltung beim 14. up-and-coming Internationalen Film Festival in Hannover bekam ich als erfolgreiche Teilnehmerin der 6. Runde TASCHENGELDKINO mein Zertifikat überreicht.

In den vergangenen 16 Monaten habe ich in 8 Modulen bei Filmprofis Übungen absolviert, Tipps bekommen, ein eigenes Schülerfilmprojekt am Rats durchgeführt, reflektiert und präsentiert. Gern gebe ich dieses Wissen weiter.
Damit stehe ich als „Filmlehrerin“ allen Interessierten und Suchenden mit meinen Rat zur Seite.

Ich freue mich auf euch,

Christiane Berger

Foto:  Michael Wallmüller

Ex-EKD-Vorsitzender Huber diskutiert mit Rats-Schülern

Anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ war der ehemalige EKD-Vorsitzende Wolfgang Huber am Ratsgymnasium zu Gast. Acht Thesen zum Thema „Religiöse Vielfalt als Herausforderung“ stellte er vor 200 Schülern zur Diskussion.

In seinem einleitenden Vortrag spannte Huber einen weiten Bogen vom Beginn der Reformation im 16. Jahrhundert bis hin zur religiösen Pluralität der Gegenwart. „Vor hundert Jahren, zum 400-jährigen Jubiläum der Reformation, wäre kein Mensch auf die Idee gekommen, religiöse Pluralität als Thema herauszupicken, um die Aktualität der Reformation deutlich zu machen“, erklärte Huber. In Deutschland herrschte weitgehend konfessionelle Homogenität, die erst durch die Wanderungs- und Fluchtbewegungen des Zweiten Weltkriegs aufgebrochen wurde. Heute sei religiöse Pluralität zu einem globalen Phänomen geworden, das auch die christlichen Kirchen vor neue Herausforderungen stelle.

„Das Leben in religiöser Pluralität stellt an den einzelnen höhere Anforderungen, sich über die eigene Religion Klarheit zu verschaffen, zu wissen woran man glaubt und darüber auch Auskunft geben zu können“, erklärte Huber und begründete damit die Notwendigkeit des Religionsunterrichts.

Zur friedlichen Gestaltung religiöser Pluralität gehörten der staatliche Schutz der Religionsfreiheit und eine „Praxis überzeugter Toleranz“ zwischen den Religionen. Alle religiösen Gemeinschaften müssen die an den Grund- und Menschenrechten orientierte rechtsstaatliche Demokratie überzeugt bejahen und mitgestalten, so Huber.

Überzeugte Toleranz

Schülerin Paula Viehl moderierte die anschließende Diskussion mit den Oberstufenschülern. Sie leitete die Gesprächsrunde mit einer eigenen Frage ein, in der sie auf den Reformationsgedanken „Solus Christus – allein Christus“ zu sprechen kam: „Wenn wir davon überzeugt sind, dass der Mensch nur durch den Glauben an Christus gerecht werden kann, wie lässt sich dann Toleranz leben?“ Toleranz entstehe als Aufgabe nur dadurch, dass Menschen unvereinbare Positionen haben, antwortete Huber. „Solus Christus bedeutet, Gott bindet sich an Christus, nicht dass die Christen das Recht haben, über alle anderen Menschen zu richten.“

Ein weiterer Schüler schloss daran die Frage an, ob mit dem steigenden Anteil nicht religiös gebundener Menschen in Deutschland (35 Prozent) nicht auch das Toleranzproblem wegfallen würde. Huber entgegnete darauf, dass eine verordnete „Einheitsweltanschauung“ ganz ohne Religionen gerade das Gegenteil von Toleranz bewirke. „Das hatten wir schon einmal, und niemand wünscht sich das wieder.“

Frieden in der muslimischen Welt

In Deutschland funktioniere die religiöse Pluralität zwischen den christlichen Konfessionen und zwischen Christen und Muslimen gut, bemerkte ein Schüler. Wie aber könne man auf die muslimische Welt einwirken, in der unterschiedliche religiöse Weltanschauungen zu Konflikten führen? Man dürfe diesen Gesellschaften nicht mit einem „überlegenen Weltretter-Anspruch“ entgegentreten, schickte Huber seiner Antwort voraus. Die christlichen Konfessionen hätten sich selbst sehr lange schwer getan mit der friedlichen Koexistenz. In einer Schlüsselposition sehe er die Muslime, die gut integriert in Europa leben und etwas von den guten Seiten der europäischen Lebensform – Menschenrechte und Religionsfreiheit – in ihre Herkunftsländer kommunizieren können.

NOZ vom 27.10.2017. Autorin: Regine Hoffmeister, Foto Claus Adelski

Liebe Mitglieder,

erstmals zog es Vorstand und Beirat der Ehemaligen-Vereinigung für eine Sitzung hinaus in die Welt. Genauer gesagt, in die Niederlande, nach Den Haag. Wir folgten einer Einladung unseres Beiratsmitglieds Uwe Hinxlage, der dort die Deutsche Internationale Schule Den Haag (DISDH) leitet.

Wir lernten eine Schule kennen, die in vielerlei Hinsicht „anders“ ist. Es geht damit los, dass die DISDH als Privatschule letztlich nach der Pfeife des Schulvereins tanzen muss, der Träger und Eigentümer ist. Hier haben die – zahlenden – Eltern eine institutionelle Mehrheit. Da viele Eltern in gehobener Position in Botschaften, Konsulaten oder einer der zahlreichen internationalen Organisationen arbeiten, hat Hinxlage es mit einer „insgesamt recht anspruchsvollen Klientel“ zu tun, wie er es diplomatisch ausdrückt. Das Schulgeld beträgt 7350 Euro pro Schuljahr, was im Vergleich mit anderen internationalen Schulen in Den Haag eher wenig ist. Das wiederum liegt daran, dass der deutsche Staat Zuschüsse gibt. Er hat ein Interesse daran, dass Deutsche im Ausland eine Schulversorgung nach deutschen Standards erhalten. An der DISDH legen die Schüler nach dem 12. Schuljahr die Deutsche Internationale Abiturprüfung (DIAP) ab. Die DIAP ist die internationale Variante des regulären deutschen Abiturs. Dieser Abschluss wird auf der ganzen Welt anerkannt und ermöglicht ein Studium sowohl in Deutschland als auch im Ausland. „Insofern haben wir es bei Lehrplänen und Prüfungsanforderungen auch mit der deutschen Kultusministerkonferenz zu tun“, erklärte Hinxlage.

Einige Einflussnehmer sind damit beschrieben. Formal bezeichnet sich die Schule als „unabhängig“. Das trifft insofern zu, als Hinxlage keine Dienstanweisungen einer ministeriellen Schulbehörde empfängt, obwohl er weiterhin aus Deutschland bezahlt wird. Aber viele wollen mitreden, wenn es um Schule geht. Das ist in Deutschland so und noch mehr im Ausland. Großunternehmen, die teils das Schulgeld für ihre Angestellten übernehmen und darüber hinaus als Spender auftreten, verschaffen sich Gehör. Und wenn der ägyptische Botschafter sich beim deutschen Amtsträger beschwert, dass Hinxlage seinen Sohn (aus guten Gründen) nicht aufnehmen will, dann kommt es auch schon mal zu einer Einflussnahme auf diplomatischem Wege. Mehr als ein Schulleiter in Deutschland hat er zwischen widerstreitenden Interessenvertretern zu vermitteln. Und muss gleichzeitig auf großer internationaler Bühne repräsentieren, ganz zu schweigen von fast regelmäßigen Abend- und Wochenendterminen. So manch einen Kollegen zerreibt es dabei. Die wenigsten stehen die sechs Jahre, auf die so ein Auslandseinsatz angelegt ist, durch.

Hinxlage leitet die DISDH seit 2013. Er hat sich eine gewisse Robustheit zugelegt. Zudem ist diese nicht seine erste Auslandsmission. Von 1998 bis 2001 lehrte er an der deutschen Schule in Washington, D.C. Danach rief ihn die Heimat zurück. An der Gesamtschule Schinkel wurde er zunächst Fachbereichsleiter und ab 2005 stellvertretender Schulleiter. 2013 packte ihn wieder die Lust auf neue Herausforderungen, um nicht zu sagen Abenteuer. Seitdem ist er der Dompteur eines bunt zusammengesetzten Kollegiums und von 400 Schülern aus 33 verschiedenen Nationen, angefangen bei den Dreijährigen im Kindergarten bis zu den Abiturienten. Und er hält die Tradition einer Schule hoch, die seit 1863 wichtige Anlaufstelle für deutsche Sprache und Kultur und ein Teil des internationalen Lebens in Den Haag ist.

Auf dem Rundgang durch die Schule wunderten wir uns zunächst über die hermetische Abgeschlossenheit des Schulkomplexes und die Omnipräsenz von Wachleuten. Seit den Terroranschlägen in Belgien und Frankreich entschloss sich der Schulverein zu einer deutlichen Verschärfung des Sicherheitsstandards. Erstaunlich fanden wir auch, dass das Schulgebäude mit seiner nach unserem Empfinden eher nichtssagenden Sechziger-Jahre-Architektur unter Denkmalschutz steht. Das hat für Hinxlage die Konsequenz, dass er vor jedem Nagel, den er in die Wand hauen will, fragen muss. Die „Monumentenwacht Nederland“ verstehe keinen Spaß. Wenn Auflagen nicht eingehalten würden, drohten saftige Strafen.

Bemerkenswert fanden wir die gute schultechnische Ausstattung. Jeder Klassenraum verfügt über ein elektronisches Whiteboard. Schmunzeln mussten wir im Kindergarten-Vorraum über die fein säuberlich an den Garderobenhaken hängenden „LiceSafe“-Säcke. Um die Übertragung von Kopfläusen über die Kleidungsstücke zu verhindern, muss jedes Kind seine Jacke in einen Läusesack stecken.

Nach unserem „Arbeitsbesuch“ in der Schule luden uns Uwe Hinxlage und seine Frau in ihre Privatwohnung auf einen „Borrel“ ein. Das ist der niederländische Begriff für einen zwanglosen Umtrunk am Abend unter Darreichung von Häppchen. Es wurde außerordentlich „gezellig“ und wir denken mit schlechtem Gewissen daran zurück, was wir Uwe und seiner Familie mit unserer übergroßen nächtlichen Ausdauer zugemutet haben. Egal, am nächsten Morgen traten wir pünktlich zur Stadtbesichtigung an, bei der uns Uwe die Regierungshauptstadt mit ihren historischen Gebäuden, Einkaufsstraßen, dem Regierungssitz, dem Königsschloss in Wassenaar und den zahlreichen internationalen Institutionen näher brachte. Die Deutsche Evangelische Kirche in der Bleijenburg stellte uns Pastor Jan Mathis vor. Sie ist ähnlich der Deutschen Schule ein Integrationspunkt für die deutsche Community. Dabei trafen wir auf den ehemaligen Ratsgymnasiasten Ulrich Thöle (Abitur 1968), der als Rechtsanwalt in Den Haag lebt und arbeitet und der Kirche als Prädikant dient.

So dankbar wir Uwe Hinxlage und seiner Frau für ihre übergroße Gastfreundschaft sind, so wenig stehen wir bei unserer Vereinigung in der Schuld. Das nur als Hinweis an die Kassenprüfer: Wir Mitreisenden haben alles selbst bezahlt und die Vereinskasse mit keinem Cent belastet! Und sind darüber hinaus ökologisch korrekt mit der Bahn gereist, mit einmal Umsteigen – zweiter Klasse, und das als erstklassiger Verein.

Für die Reisegruppe aus Vorstand und Beirat:
Joachim Dierks.

18 09 2017

Wer? Wie? Was?

Wer hat sie nicht schon gesehen? Die vier blauen Kreise von Felice Varini auf der Marienkirche und den umliegenden Häusern. In der „Kunsthalle Osnabrück“ sind zwei weitere Installationen des renommierten Künstlers zu sehen. In Kooperation mit der Kunsthalle haben sich die Schüler des Kunstprofils 12A3 mit seinem Werk auseinandergesetzt und stehen nun, eingekleidet in schwarze T-Shirts mit dem Aufdruck „Wer? Wie? Was?“, dem Besucher fachkundig Rede und Antwort (http://kunsthalle.osnabrueck.de/kunst-erleben/rundgaenge.html). So geschehen in der Kulturnacht am 26. August und bei der Vernissage am 6. Juni, die sogar mit einem gemeinsamen Abendessen mit dem Künstler abschloss. Schon im Vorjahr hatte das Kunstprofil im Rahmen des Projektes „Schüler für Schüler“ mit Frau Schulte, der Kuratorin für Publikumsteilhabe und Lernen, zusammengearbeitet und Klassen des Ratsgymnasiums durch die Installation „forma forma“ von David Rauer und Joshua Sassmannshausen geführt.
Vom 10.09. bis 12.09.2017 fand das „31. Internationale Weltfriedenstreffen“ in den Friedensstädten Osnabrück und Münster statt. In Osnabrück waren hochrangige Vertreter der verschiedenen Weltreligionen zu Gast, in Münster die internationale politische Prominenz, u.a. Angela Merkel. Nach der Abschlusszeremonie vor dem Rathaus am Dienstag fanden sich die Religionsoberhäupter zu einem Galadinner in der „Kunsthalle Osnabrück“ ein. Hier wurden sie auch vom Werk Varinis, den Ratsschülern als Varini-Experten und dem Osnabrücker Oberbürgermeister Griesert empfangen. Unsere Schüler erwiesen sich als sachkundige Ansprechpartner, in englischer und sogar japanischer Sprache, für die Würdenträger aus zahlreichen Staaten. Sie konnten auch bei praktischen Fragen nach Mitbringseln, Sehenswürdigkeiten oder gar Busverbindungen weiterhelfen und es entwickelten sich etliche Gespräche über Religion. Die Zwölftklässler waren beeindruckt von den unterschiedlichen liturgischen Gewändern, Sprachen und Kulturen. Zu guter Letzt durften sie sich am Buffet bedienen. Für die Schüler war der Abend „besser als erwartet“, „interessant“ und eine „wertvolle Erfahrung“.

Regis Baumanns, 17.09.2017