27 Jan 2015

Freiheit gewinnen

Osnabrücker Oberstufentage widmen sich dem Thema „Leben zwischen Selbstbestimmung und Manipulation“

Gern geben wir uns der Illusion hin, dass wir frei sind in unseren Entscheidungen, weil wir meinen, dass wir selbst es sind, die bestimmen, wann wir was kaufen und warum. Doch dass dies keineswegs der Fall ist, mussten 29 Schülerinnen und Schüler des Rats- und des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums und ihre Lehrkräfte in Evangelischer Religion bei den diesjährigen Oberstufentagen vom 22.-24. Januar 2015 erfahren. Das fängt schon im Supermarkt an, z.B. im REWE-Markt in der Heinrichstraße, wo die erste Station der Tagung am Donnerstagnachmittag war. Bezirksmanager Stephan Thien, Marktleiter Herr Huckriede und die Verkaufsförderin Rosemarie Pinna informierten über die Strategien, wie und wo welche Produkte platziert werden, um uns Kunden zum Kauf zu animieren. „Wir wollen Geld verdienen“, erklärte Thien freimütig. So erfuhr die Gruppe einiges über Laufwege, Eigenmarken, Gondelköpfe und die verschiedenen Zonen (Reckzone, Blickzone, Greifzone und Bückzone), die jeweils für unterschiedliche Preissegmente gleicher oder ähnlicher Produkte in den Regalen stehen. Dass es zum Abschied noch für jeden eine Tüte mit ein wenig Obst, Salzgebäck und einem Müsliriegel gab, wurde gern angenommen, später aber auch als Versuch der – nun ja – positiven Beeinflussung gewertet.

Woher die Unternehmen das wissen, was wir Kunden wollen, wie lange wir uns durchschnittlich in einem Supermarkt aufhalten, wie viel Geld wir für welche Produkte auszugeben bereit sind, das erfuhren wir am Freitagvormittag beim Marktforschungsinstitut „Produkt und Markt“ in Wallenhorst. Sowohl in qualitativen als auch quantitativen Untersuchungen, in Studioversuchen und bei teilnehmender Beobachtung versuchen die Marktforscher herauszufinden, was Kunden im Allgemeinen, aber auch besondere Kundengruppen im Besonderen für Bedürfnisse haben, welche Bedürfnisse noch geweckt werden können, welche Produkte am besten ankommen und wie neue Produkte am besten auf den Markt gebracht werden können. Dabei spielt es für die Marktforscher keine Rolle, ob es sich bei dem Produkt um ein Schokosahnedessert oder um ein Rasendüngergemisch handelt. Es geht immer nur darum, wie der Konsum und damit der Umsatz gesteigert werden können.

Sind wir da überhaupt noch frei zu nennen? Und was ist überhaupt von einer Wirtschaft zu halten, die immer nur auf Konsumsteigerung und Wirtschaftswachstum setzt? Im Kloster Frenswegen zeigte Prof. Niko Paech von der Universität Oldenburg in einem spannenden und zugleich etwas desillusionierenden Vortrag die Grenzen des immer weiter gesteigerten Konsums auf und propagierte stattdessen eine Postwachstumsökonomie, also eine Ökonomie, die auf Reduzierung des Wachstums setzt. Selbst ein „grünes Wachstum“, also ein Wirtschaftswachstum, das auf Nachhaltigkeit, auf erneuerbare Energien, auf Reduktion des CO2-Ausstoßes setzt, hält Peach für unrealistisch, da keine der bisher erfundenen technischen Innovationen jemals zu einer tatsächlichen Senkung des Energieverbrauchs geführt habe. Es gebe auch psychische Wachstumsgrenzen, wie an der zunehmenden Anzahl an Burnout- und Depressionserkrankungen abzulesen sei. Unbeherrschbare Finanzkrisen und eine nicht mehr abzuwendende Verknappung der Ressourcen der Erde setzten dem Wirtschaftswachstum ohnehin irgendwann unweigerlich ein Ende. Die Frage laute daher: „Was darf sich ein Individuum an materiellen Freiheiten nehmen, ohne sozial und ökologisch über seine Verhältnisse zu leben?“

Paechs Antwort auf diese Frage lautet: Befreiung vom Überfluss; Genügsamkeit nicht als ethisches Postulat, sondern als Chance, Freiheit für sich selbst zu gewinnen. Jedes Konsumobjekt verlange vor seiner Anschaffung und dann durch seine Verwendung so viel Zeit, dass ein Verzicht auf den Kauf des Objekts einen realen Gewinn an Zeit bedeute. „Ich habe kein Smartphone, weil ich ein Genussmensch bin und meine Zeit nicht mit der Suche nach dem besten Artikel, mit der Gebrauchsanleitung und mit dem Gebrauch des Smartphones verschwenden, sondern lieber fürs Musizieren und Lesen einsetzen möchte.“ Genügsamkeit sei nicht eine Frage der Ethik, sondern des Selbstschutzes.

Aber kann ich eigentlich selbst eine solche Entscheidung treffen? Oder sind wir doch viel zu stark von äußeren Einflüssen, wie z.B. unserem sozialen Umfeld bestimmt? Und wer ist es eigentlich, der da entscheidet? Bin ich das oder ist das mein Gehirn, das auf bestimmte Reize in bestimmter Weise reagiert und mich steuert? Prof. Saskia Nagel von der Universität Twente gab dazu einen informativen Überblick in die Hirnforschung. Sie erklärte anschaulich die verschiedenen Methoden der Neurologie, angefangen vom EEG über CMT bis zu fMRT, alles Techniken, die auch in der Medizin eingesetzt werden. Besonders ein Experiment, von dem Nagel berichtete, faszinierte die Schülerinnen und Schüler: das Experiment von Benjamin Libet, das entgegen seinen eigenen Erwartungen zu belegen schien, dass unser Gehirn die Entscheidung zu einer Handlung bereits trifft, bevor wir uns selbst dazu entschieden haben. Aber Libet selbst behauptete, wir hätten trotz alledem immer noch die Chance zu einem Veto, also die Entscheidung zu revidieren, die unser Gehirn getroffen habe. Nagel nannte das die Plastizität unseres Gehirns. „Das Gehirn steuert uns nicht nur, sondern wir formen auch das Gehirn.“

Eine ganz andere Form der Freiheit zeigte Prof. Dr. Arnulf von Scheliha von der Universität Münster am Freitagmorgen, nämlich die „Freiheit des Christenmenschen“, wie der Reformator Martin Luther sie verstand und wie sie später der Philosoph Immanuel Kant auf die Gesellschaft bezogen erweiterte. Luthers Freiheitsverständnis drücke sich in den „paradoxalen Gegenthesen“ seiner programmatischen Schrift von 1520 aus, wonach der Christenmensch zugleich „ein freier Herr und niemandem untertan“ und „ein dienstbarer Knecht und jedermann untertan“ sei. Es sei die theonome, d.h. von Gott geschenkte Freiheit, die den gläubigen Christen ausmache und ihn in zugleich zu einer moralisch qualifizierten, tätigen, kreativen und selbstkritischen Freiheit befähige. Der Christ sei frei von Geboten und tue gute Werke aus freien Stücken. Zugleich sei er sich selbstkritisch seiner Grenzen bewusst und erkenne seine Sündhaftigkeit. In Erweiterung dieses Freiheitsverständnisses, so Scheliha, habe Immanuel Kant die Freiheit unter der Forderung „Habe den Mut dich des eigenen Verstandes zu bedienen“ in der Dialektik von persönlicher Freiheit (z.B. im Gelehrtenkreis) und gesellschaftlicher Unfreiheit (z.B. als Träger eines Amtes) verstanden.

Die anschließende Diskussion sowohl über Luther als auch auch über die Grenzen der Religions-, Meinungs- und Pressefreiheit machten einmal mehr deutlich, wie sehr die Jugendlichen das Thema Freiheit auch in ihrem Ringen um Autonomie einerseits und das rechte Tun andererseits bewegte. Das wurde auch in der anschließenden Gruppenarbeit deutlich, in der die Ergebnisse der gesamten Tagung auf kreative und anspruchsvolle Weise noch einmal zusammengefasst und präsentiert wurden. Das Team des Arbeitskreises Kirche und Schule (AKKUS) war sich mit (fast) allen Teilnehmern einig, dass diese Tagung die Erwartungen weit übertroffen hat. Ein Dank gebührt Pastor Hartmut Marks von der Born, der diese Veranstaltung von Seiten des Kirchenkreises Osnabrück organisiert hat, dem Ehemaligenverein des Ratsgymnasiums und dem Förderverein und des EMA-Gymnasiums sowie der Evangelischen Jugendstiftung des Kirchenkreises und der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche, die diese Veranstaltung finanziell unterstützt haben. Vor allem aber ist den freundlichen Gastgebern bei „REWE City“, bei „Produkt und Markt“ und im Kloster Frenswegen sowie den engagierten Referenten Saskia Nagel, Niko Paech und Arnulf von Scheliha zu danken.

27.01.2015 NEH

Auch in diesem Jahr finden wieder die Berufsinformationen des Rotary Club Osnabrück statt.

In 29 Foren aus den unterschiedlichsten Berufszweigen berichten erfahrene Frauen und Männer über die Anforderungen der unterschiedlichen Berufsfelder. Eingeladen sind Schülerinnen und Schüler der Jg.10 -12 und deren Eltern. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

15 Jan 2015

Jahresbericht 2014

Ab sofort gibt es den Jahresbericht 2014 für 4 € im Sekretariat.
Viel Spaß beim Lesen und Erinnern …

ADK, 15.01.2015

Aktion des Ratsgymnasiums zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar

Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 70. Mal. Auschwitz ist das Symbol schlechthin für die Verfolgung und Vernichtung der Juden und anderer Opfer in der Zeit des Nationalsozialismus. Aus diesem Grund hat der damalige Bundespräsident Roman Herzog 1996 diesen Tag zum nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erhoben.
Auschwitz ist ein deutscher Erinnerungsort und gehört zur deutschen Erinnerungskultur. Aber Auschwitz ist weit weg. Stellvertretend für alle Opfer finden sich überall in Osnabrück Stolpersteine, die an Opfer erinnern, die hier gelebt haben und in Auschwitz oder anderen Vernichtungslagern ermordet wurden. Über diese Steine kann man stolpern, aber man gewöhnt sich auch an sie und geht schnell über sie hinweg. Um das Gedenken im wörtlichen Sinne aufzupolieren, werden sich Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums am 27. Januar eine Reihe dieser Steine in Osnabrück vornehmen und sie blank polieren. Zudem werden sie Mahnwachen mit Vergrößerungen ausgewählter Stolpersteine abhalten, um vorübereilende Passanten an den Gedenktag und die Opfer zu erinnern. Insgesamt vier Geschichts- und Politikkurse unter der Leitung von Holger Niehoff und Friedemann Neuhaus werden von ca. 8.00 bis 15.00 Uhr an verschiedenen Orten der Osnabrücker Innenstadt stehen und mit ihren Schildern an die Opfer erinnern.
Geschichtsfachobmann Friedemann Neuhaus erklärt das Engagement der Schülerinnen und Schüler mit einem Verweis auf die Anforderungen des Zentralabiturs: „Geschichts- und Erinnerungskultur ist Bestandteil der Prüfungsaufgaben. Warum sollte dies nur theoretisch durchdacht und nicht auch praktisch vollzogen und erfahren werden?“

NEH, 15.01.2015

Am letzten Wochenende traten zehn Schüler vom Ratsgymnasium als Team „10hoch“ beim Regionalwettbewerb der First Lego League (kurz: FLL) an. Dort musste nicht nur der von ihnen konstruierte Roboter im so genannten Robot-Game gegen 11  Roboter aus der Region antreten, sondern es war auch das Ergebnis ihres Forschungsauftrags zum Thema „Lese- und Rechtschreibschwäche“ zu präsentieren.

Nachdem die 7 Schüler aus den 6. Klassen und 3 Schüler aus den 7. Klassen im letzten Schuljahr in vier Robotik-Workshops grundlegende Kenntnisse in der Konstruktion und Programmierung von Lego-Robotern erlangt haben, galt es nun einen Roboter so zu entwerfen und programmieren, dass er autonom diverse Aufgaben zum diesjährigen FLL-Thema „Das Klassenzimmer der Zukunft“ lösen konnte. Da ihr Roboter in den vorgeschriebenen 2,5 Minuten bei Weitem nicht alle Aufgaben lösen konnte, war die allgemeine Meinung dann am Wochenende: „Wir werden bestimmt Letzter“. Trotzdem traten die Schüler vom Ratsgymnasium munter zum Wettbewerb an. Es fiel sofort auf, dass es nicht nur das einzige Team war, dass aus dem zugelassenen Bereich von 3-10 Teilnehmern die Obergrenze wahrgenommen hatte, sondern auch das „jüngste“ Team.

Am Ende eines spannenden Tages verlieh ihnen die Jury den 1. Platz in der Kategorie „Teamwork“ und damit gewannen die zehn sogar einen der vier begehrten Pokale. Für ihren Beitrag zur Kategorie „FLL-Forschungsauftrag“ erhielten sie ebenfalls eine Urkunde (3. Platz), da ihre Präsentation ausgesprochen überzeugend war. Am meisten gefreut haben sich die Schüler, als sich herausstellte, dass sie in der Gesamtwertung nicht – wie erwartet – auf Platz 12 gelandet waren, sondern Vierter geworden sind.

MAR, 12.01.2015

Wer am Freitag, den 5. 12.2014 zu Beginn der 5. Stunde in die Aula des Ratsgymnasiums kam, dachte zunächst wohl, er sei in einer Fankurve des VFL gelandet.

Dort fand in der fünften und sechsten Stunde der diesjährige Schulentscheid zum Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen statt und die Mitschülerinnen und Mitschüler der diesjährigen Klassensieger Finn Paulmann (6a), Jannik Sommerfeld (6c), Paul Bodensieck (6d) und Luisa Schröder (6e) waren mit Fangesängen und Transparenten bestens vorbereitet. Während des Vorlesens zeigten sie jedoch, dass sie ihre Favoriten auch durch konzentriertes Zuhören gut unterstützen konnten. Die Schüler lasen hierbei zunächst einen Auszug ihrer selbst gewählten Bücher (Die Kurzhosengang, Der 7. Sonntag im August, PrinzenLeben und Die Schule der magischen Tiere) und bekamen im Anschluss einen fremden Text ( Die Nacht, in der ich super cool wurde), aus dem sie ebenfalls ca. 3 Minuten vorlasen. Wie in jedem Jahr gab es spannende Buchpreise zu gewinnen, die der Ehemaligenverein vertreten durch seinen Vorsitzenden Herrn Dierks, gestiftet hatte.

Daraufhin zog sich die Jury, bestehend aus Frau Schulhof, einer Buchhändlerin, Frau Machtan, einer ehemaligen Kollegin, Herrn Ranke, dem ehemaligen Schulleiter, Frau Schilling, der Vertreterin für die Eltern, Emma Rehsing, der Vorjahressiegerin und Frau Johannsmeier zur Beratung zurück.

 

In der Zwischenzeit füllte das Publikum Zettel eines Preisausschreibens mit Fragen zum Inhalt des vorgelesenen Fremdtextes aus und hörte sich das Lied zum Buch an, um die Zeit der langen Beratung der Jury zu überbrücken. (Inzwischen steht das Ergebnis fest: Der Publikumspreis, das Buch Die Nacht, in der ich super cool wurde, ging an Lukas Milde aus der 6a.)

Sieger des Schulentscheids des diesjährigen Vorlesewettberwerbs ist Paul Bodensieck aus der 6d. Er wird das Ratsgymnasium im Februar beim Stadtentscheid im Haus der Jugend vertreten. Wir gratulieren herzlich und sagen schon mal TOI TOI TOI!

20 Dez 2014

BOTTLELUX

Bottlelux ist eine von den Schülern des Ratsgymnasiums der Klassen 9C und 9D gegründete Schülerfirma, die sich mit der Produktion und dem Verkauf von Glasflaschenlampen beschäftigt. Bei dieser Gruppe von Schülern handelt es sich um den Profilunterricht „Osnabrück Stadt und Region“. Die Schüler wurden in verschiedene Abteilungen eingeteilt wie den Vorstand, Finanzen, Produktion und Marketing. Für jede Abteilung gibt es einen Leiter, der den Mitarbeitern sagt, was sie zu tun haben und sich mit dem Vorstand auseinander setzt. Bisher ist die Schülerfirma noch recht neu und benötigt teilweise noch die Hilfe von der Lehrerin. An einem Startkapital für die Produktion der Lampen wird bereits mit Hochdruck gearbeitet, so das nach den Weihnachtsferien die ersten Prototypen angefertigt werden können oder bereits angefertigt sind. Zudem kümmern die Schüler sich eigenständig um die Beschaffung der Materialien wie beispielsweise die Glasflaschen oder die Elektronik. Die Schülerfirma hat auch einen grünen Aspekt, nämlich die Wiederverwertung von alten Glasflaschen.

Der Name der Firma leitet sich aus zwei verschiedenen Sprachen ab und bedeutet „Flaschenlicht“. Dabei steht das englische Wort bottle für Flasche und das lateinische Wort lux für Licht. Der Name und das Logo wurde von den Schülern in der Marketingabteilung entworfen, ebenso wie ein Flyer über unsere Firma und ein Briefkopf.

Zur Weiterbildung haben die Schüler am Mittwoch dem 10. Dezember 2014 einen Workshop mit einem ehrenamtlichen Mitarbeiter des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln JUNIOR gGmbH durchgeführt und sich dort als Schülerfirma angemeldet.Herr Diesterhöft, der den Schülerworkshop durchgeführt hat, berichtete von seiner eigenen Schülerfirma. Mit einem Spiel zeigte er den Schülern, wie man mit Finanzen und Planung umgeht.

Die Schüler wurden in Gruppen eingeteilt und sollten aus Papier, Klebeband und einem Klebestift einen Turm bauen. Jede Gruppe hatte ein Startkapital von 100€ und je höher der Turm wurde, desto mehr Geld bekam man. Jedoch kosteten die Materialien, die man für den Bau brauchte auch Geld. In der Gruppe musste also besprochen werden, wie viel man von welchem Material braucht, die Kosten davon ausrechnen und auf ein Zettel eintragen. Dann wurde das Ergebnis ausgewertet und geschaut, wer am meisten Umsatz erzielt hatte. Lediglich zwei von vier Gruppen waren im plus Bereich, die anderen beiden Gruppen landeten im minus Bereich.

Nach dem Spiel sollten die Schüler sich überlegen, was sie für ein Produkt, in ihrem Fall welche Lampe sie herstellen sollten. Viele der Schüler hatten ihre eigene Vorstellung von der Lampe und auch von der Zielgruppe, an die diese Lampe am Ende verkauft wird. Also wurde diskutiert bis man zu dem Schluss kam, mindestens drei verschiedene Lampentypen herzustellen. Einerseits, damit jeder mit der Idee der Firma zufrieden war, andererseits auch da jeder einen anderen Geschmack hat und so die Chance größer ist, dass das Produkt sich am Ende auch verkauft wird.

Zusätzlich waren drei Schüler am 19. November 2014 in Oldenburg auf einer Fortbildung zum Thema Gründung einer Schülerfirma.

Mia Negrassus

Von der langen Vorbereitung eines gelungenen Abends

‚Wir wollen, dass mehr junge Menschen die Friedensgespräche besuchen‘. Dieses war eines der Ziele, die sich Geschäftsführung und wissenschaftlicher Beirat der Osnabrücker Friedensgespräche in ihrer Jahresplanung für 2014 gesetzt hatten. Daraufhin kam dem Mitglied des wissenschaftlichen Beirates Arnulf von Scheliha Ende 2013 die Idee, Politiklehrer Holger Niehoff anzusprechen, ob er es sich vorstellen könne, mit einem Kurs bei der Gestaltung des Friedensgespräches über ‚Persönliche Freiheit und Sicherheit im Internet‘ mitzuwirken. Die spontane Bereitschaft des Politikprüfungskurses po61, diese Herausforderung anzunehmen, machte es sehr einfach, sich auf die Aufgabe einzulassen und unsere Teilnahme zuzusagen.

So begann eine lange Vorbereitungszeit, in der wir uns zunächst in die uns bis dahin nur in Ansätzen bekannte Thematik einarbeiteten. Schnell wurde klar, dass die Thematik viel zu komplex ist, um sie in einem Gespräch vollständig zu behandeln. Geholfen hat uns bei der Eingrenzung des Themas ein Vortrag des Datenschutzexperten Volker Lüdemann von der Hochschule Osnabrück, der im Kurs Anfang März über aktuelle Schwerpunkte des Datenschutzes einen Vortrag hielt. Auf die im ‚Internet der Dinge‘ massenweise gesammelten Daten und ihre problematische Verknüpfung zu Profilen, von denen Lüdemann sehr anschaulich berichtete, legten wir nun unseren Fokus.

Damit dieses Thema anschaulich und das Gespräch für Jugendliche interessant wird, entschlossen wir uns, einen kleinen Einspielfilm zu drehen. Etwas ganz Neues, denn den Einsatz unterschiedlicher Medien gab es bei den Friedensgesprächen bis dato noch nicht. Die Aufgaben wurden eingeteilt (Drehbuch; Kameraleute; Schnitt) und ein Zeitplan erstellt, der dann im Laufe des Projektes auch weitgehend eingehalten wurde.

Aber was ist ein Gespräch ohne interessante Gäste. Auch diese durften wir vorschlagen, und in kurzer Zeit hatten wir ein hochkarätiges Podium zusammen. So dachten wir jedenfalls, denn die zeitgleich mit unserem Gespräch stattfindende Sitzungswoche im Bundestag oder ausgebuchte Terminkalender hatten wir nicht einkalkuliert. Ebenso überraschte uns die offensichtlich fehlende Bereitschaft eines bedeutenden Internetkonzerns zur Diskussion, und ein wenig ärgerlich war es schon, auf eine Einladung überhaupt keine Reaktion zu erhalten. Deshalb waren wir froh, Anfang Oktober endlich ein hervorragend besetztes Podium zusammen zu haben. Frau Prof. Dr. Katharina Morik (Lehrstuhl für künstliche Intelligenz an der TU Dortmund), Prof. Dr. Volker Lüdemann (Lehrstuhl für Wirtschaftsprivatrecht an der Hochschule Osnabrück und Datenschutzexperte) sowie der ehemalige Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, sollten unsere Gäste sein. Zur Anmoderation der Gäste erklärten sich Darius, Rahel und Dalal bereit, die sich intensiv ihrer Aufgabe annahmen.

Um beim Gespräch die Fragen der jungen Generation stärker zu berücksichtigen kam im wissenschaftlichen Beirat der Friedensgespräche jetzt noch die Idee auf, dem Moderator des Gespräches, Arnulf von Scheliha, eine/n Co-Moderator/-in zur Seite zu stellen. Ob Zoë sich von Anfang in vollem Umfang bewusst war, auf was sie sich da eingelassen hat? Mutig war ihre Zusage auf jeden Fall, und es sollte sich noch zeigen, dass sie ihre Sache richtig gut machte.

Donnerstagnachmittag und Freitag vor den Herbstferien wurde schließlich der Film abgedreht, zu dem das Drehbuch von Elena, Rahel, Darius, Zoë und Erik die literarische Vorlage bot. Die Erkenntnis, wie viele Menschen für das Entstehen eines derartigen Films notwendig sind (Kamerafrau: Khulan; Regie: Leonie; Beleuchtung: Johannes; Set: Dalal, Erik; Darius; Schauspieler: Kilian; Zoë; Anna-Liza), war ebenso ein Gewinn dieser beiden Tage wie die Tatsache, dass es einfach richtig Spaß gemacht hat, den Film gemeinsam abzudrehen. Neben einem gelungenen, in langer Kleinarbeit von Khulan und Holger Niehoff geschnittenen, Film über ‚Spuren im Netz‘ entstanden überdies wunderbare Outtakes und sensationelle Spontaninterviews.

Am 27. November war es dann so weit. Nach einer nachmittäglichen Generalprobe (noch ohne Gäste) trafen sich die Teilnehmer, Moderatoren, beteiligte Schüler/- innen, der wissenschaftliche Beirat und OB Griesert zur Begrüßung im Zimmer des Uni-Präsidenten. Anfängliche Berührungsängste wurden schnell abgebaut, da man uns sehr herzlich willkommen hieß und wir spürten, dass alle ebenso gespannt auf Verlauf und Ausgang dieses ungewöhnlichen Friedensgespräches waren wie wir.

Mit dem Abstand von wenigen Tagen können wir sagen: es war ein in vielerlei Hinsicht erfolgreiches Experiment. Der Film schaffte es, einen gelungenen Einstieg in und viele Anknüpfungspunkte für das Gespräch zu liefern. Darius, Rahel und Dalal stellten Ihre Gäste souverän und kompetent vor. Waren auch die ersten Minuten des Vortrages von Frau Morik für mit den Tiefen der Informatik nicht so vertraute Menschen eine Konfrontation mit dem unangenehmen Ohnmachtsgefühl des Nichtverstehens, diskutierten alle Gesprächsteilnehmer doch in einer auch Schülern meistens gut verständlichen Sprache. Zudem waren sie sehr wortgewandt und offen. Und Zoë erwies sich als freundliche, souveräne, kompetente, zugleich kritische und energisch nachfragende Co-Moderatorin, die das Gespräch sehr überzeugend mitgeleitet hat. Das anschließende gemeinsame Abendessen mit allen Beteiligten und OB Griesert war ein angenehmer Ausklang des Abends, bei dem wir mit den Gästen und den Gastgebern noch einige nette Gespräche führen konnten.

Die arbeitsintensive Vorbereitung, Organisation und Durchführung des Gesprächs haben sich aus unserer Sicht aufgrund der Vielzahl an spannenden und neuen Erfahrungen gelohnt. Und schön war es, dass tatsächlich viele Schülerinnen und Schüler aus anderen Kursen gekommen sind, um das Gespräch mitzuerleben. Zwar blieben aus ihrer Sicht Fragen offen und wurden sich mehr Ratschläge für konkretes Handeln angesichts möglicher Verletzungen des Datenschutzes gewünscht. Doch zeugt das zugleich von ihrem Interesse an dieser Problematik und der Bereitschaft zur kritischen Auseinandersetzung. Dieser Abend hat Mut gemacht zur weiteren Zusammenarbeit von Osnabrücker Friedensgesprächen, Universität und Schule.

Ein ganz großer Dank an alle beteiligten Schülerinnen und Schüler des Kurses po61 – ein tolles Team.

NH, 3.12.2014

Nachdem wir 13 Stunden in einem komfortablen 4*Bus verbracht hatten und am 10.11.2014 endlich in Angers angekommen waren trafen wir unsere Familie für die kommenden zehn Tage. Wir wurden sofort mit der typischen Begrüßung (Küsschen links, Küsschen rechts) begrüßt.

Schon am zweiten Tag waren wir alleine in den Familien (denn in Frankreich ist am 11.11. frei), genauso wie am Wochenende. Am Mittwoch wurden wir dann in der Schule feierlich empfangen und herumgeführt. In den Schulen in Frankreich ist einiges anders, zum Beispiel dauert eine Schulstunde 55 Minuten, dafür dauern die Pausen nach zwei Stunden immer 15 Minuten.

Die Schule beginnt um 8:15 Uhr und dauert somit auch länger als bei uns (teilweise bis 16:30).

Am Freitag sind wir mit dem TGV nach Paris gefahren. Dort haben wir festgestellt, dass der Eiffelturm grösser ist, als man denkt. Auch den Louvre, die Notre Dame und die Galerie La Fayette haben wir gesehen.

Wir haben noch mehrere Schlösser, einen unterirdischen Bauernhof und die Sektkellerei Bouvet-Ladubay besucht. Einen Tag waren wir mit unseren französischen Austauschpartnern am Meer. Außerdem haben wir noch einige Museen und das Schloss von Angers besichtigt. Wir freuen uns schon sehr auf den Gegenbesuch der Franzosen im April.

 

Jule Konerding, Samuel Mackevics, Paula Viehl, Ruth Steinkamp

02 Dez 2014

Nord-MINT 100

Am 20. und 21. November 2014 fand die „Nord-MINT 100“ in Bremen statt. Der MINT-EC fördert Schülerinnen und Schüler im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik aus der Sekundarstufe II. Das Treffen begann in der Bremer Stadtwaage, dort hielten unter anderem der Leiter des MINT-ECs, ein Vertreter der Nordmetall-Stiftung (Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie) und eine Forscherin im Bereich der Diabetik II-Erforschung Vorträge. Danach stand eine kurze Besichtigung zum zweiten Veranstaltungsort an. In dem von mir ausgewählten Workshop „Formel 1 in der Schule“ ging es darum, mithilfe eines Konstruktionsprogramms namens „SolidWorks“ einen Holzklotz zu einem Rennwagenchassis umzuformen, welcher eine Strecke von 20m am schnellsten zurücklegen konnte. Die einzelnen Teilschritte waren sehr aufwändig und erforderten eine gute Planung. Nach dem Ausfräsen, Schleifen und Lackieren hätte das Einfügen von Achsen, Rädern usw. folgen sollen, so dass der Rennwagen bereit zum Fahren gewesen wäre. Leider wurde dieser Punkt gestrichen. Bei dem Formel 1 in der Schule Wettbewerb geht es nicht nur um den schnellsten Wagen, sondern auch um Marketing, Präsentation, Fahrzeugentwicklung etc. Abends nutzten wir die Gelegenheit durch die Gassen Bremens zu schlendern und übernachteten in der Jugendherberge. Am nächsten Morgen fand der zweite Workshop statt, dort haben wir über den Einsatz, Einbau und der Funktionsweise von Brennstoffzellen in Fahrzeugen gesprochen und warum diese Technik größtenteils noch nicht marktreif ist. Nachmittags war die Tagung beendet und ich habe viele neue und interessante Eindrücke mitnehmen können.


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