Niveaustufe A1: Sarah Ajine, Lara Marie Bartels, Emilia Gamedia Boye, Jana Dierkes, Laura Gisdon, Denisa Hamidovic, Mailin Hüring, Milena Klaßen, Hannah Meier, Helin Mergen, Theresa Schwager, Hendrik van Remmerden, Max Werries, Frieda Willmann, Fleur Wohlschläger, Aleyna Yasemin – Niveaustufe A2: Jonna Bleeker, Frieda Bühner, Marie Dreyer, Pauline Goldmeyer, Amelia Marra, Marit Mortzeck, Sophie Mundt, Luisa Schröder, Ilsa Hagemann – Niveaustufe B1: Moritz Bothe, Mara Kroke, Rebecca Menkhaus, Jana Mortzeck, Johanna Nagel, Julia Tebbe – Niveaustufe B2: Charlotte Ekenhorst, Alicia Göckel, Paula Viehl

Die Prüfung DELF (Diplôme d’Études en Langue Française) wird vom Institut Français abgenommen. In den zwei Prüfungen erwarten die Schüler drei Teile: eine mündliche und eine schriftliche Prüfung sowie eine Hörverstehensaufgabe. Es gibt vier unterschiedliche Niveaustufen und das Ratsgymnasium ist stolz auf die zunehmende Teilnahme an den höchsten Niveaustufen B1 und B2. Die Anmeldung ist im März eines jeden Jahres und kostenpflichtig. Seit Jahren übernimmt der Förderverein des Ratsgymnasiums die Hälfte der Kosten als Anerkennung der außerschulischen Leistungen unserer Schülerschaft. Das Institut Français führt die Prüfungen im Frühjahr durch, teilt die Ergebnisse vor den Sommerferien mit und verschickt die Diplome im November.

Text & Foto: Regis Baumans, 16.11.2017

 

09 Nov 2017

Rats musiziert

Unter diesem Titel fand am 5.11.2017 ein Konzertabend in der Aula des Ratsgymnasiums statt, der als neues Format eine Herausforderung für musikbegabte Schülerinnen und Schüler unserer Schule darstellte. Zahlreiche Solisten und Ensembles zeigten ihr außergewöhnliches Können im Rahmen dieser Veranstaltung.

Zu verdanken war dieser Abend vor allem Paula Viehl und Julia Honerkamp, Schülerinnen des zwölften Jahrgangs, die die Idee entwickelten, begabten Musikern und Musikerinnen außerhalb der bereits etablierten Veranstaltungen eine Bühne zu bieten. So waren es auch diese beiden, die den Abend selbstständig mit nur geringfügiger Unterstützung durch begleitende Lehrer musikalisch vorbereiteten und den Rahmen professionell organisierten. Als Moderatorinnen führten Julia und Paula eloquent durch den Abend, stellten nicht nur Solisten und Ensembles vor, sondern vermittelten dem Publikum auch Informationen zu den dargebotenen Stücken.

Das vielseitig angelegte Programm wurde eröffnet von Jaemin Yoo mit einem fulminanten und  virtuosen Vortrag des ersten Satzes der Klaviersonate op.13 no.8 von Ludwig van Beethoven. Im Anschluss begeisterte Julia Honerkamp mit ihrem Violinsolo „Carmen Fantasie“ von Franz Drdla das Publikum. Sie wurde am Klavier begleitet von Julia Heutling.

Modernere Klänge bot ein Klarinettenensemble (Niklas Keck, Jana Mortzeck, Rebecca Menkhaus, Johanna Lutter, Sophie Dammermann, Finja Schlenter, Franziska Gartmann, Torge Avermann, Clara Uhlhorn, Nele Staschinski, Ilsa Hagemann, Richard zur Heide, Theresa Schwager, Jaemin Yoo, Mattis Wiechmann), das „The Ballad of Bonnie and Clyde“ von Mitch Muray und „In the Mood“ von Joe Garland gekonnt zum Besten gab. Besondere Beachtung fand auch das Querflötensolo von Mel Bonis, Sonata for flute and piano, das Charlotte Ekenhorst unter der Begleitung von Bernd-Dieter Helvogt am Klavier sensibel und variationsreich in der Gestaltung interpretierte. Mit dem engagierten Gesangsvortrag „Yours to hold“ der Band Skillet von Matthias Tiemann, begleitet von Paula Viehl, fand der erste Teil des Konzertabends seinen Abschluss.

Nach der Pause brillierte Chae-Hyun Yoo mit Franz Schuberts Impromptu op.90 no. 4 vor einem gebannt lauschenden Publikum. Nach einem Posaunenensemble (Johannes Honerkamp, Jakob Krukemeyer, Julius Braun, Jan-Malte Deeken), das den Abend mit Lotzenhisers „Trombumba“ und Dieterichs „The Octopus“, musikalisch eher humoristisch anmutenden Stücken, durchaus aufzulockern verstand, wurde der 3. Satz des Klarinettenkonzerts in B-Dur von Carl Stamitz von Niklas Keck, begleitet am Klavier von Julia Honerkamp, souverän aufgeführt. Den Abschluss des Konzertes gestaltete Paula Viehl mit „Fantasie und Variationen über „The Carneval of Venice“ auf dem Tenorhorn, ebenfalls begleitet von Julia Honerkamp. Paula meisterte dieses eher schwierige Stück mit technischem Können und viel Hingabe.

Nach einem lang anhaltenden Applaus eines begeisterten Publikums gab es eine schwungreiche Zugabe in Form einer rhythmischen Improvisation, an der alle Mitwirkenden teilhatten und auch das Publikum zum Mitmachen animierten.

Abschließend wurden Dankesworte an alle gerichtet, die im Hintergrund zum Gelingen beigetragen hatten, an Techniker, Plakat- und Programmgestalter sowie an Lehrer, die als Berater im Vorfeld hinzugezogen worden waren.

In seiner Ansprache betonte der Obmann der Fachgruppe Musik, Michael Geß, dass der Erfolg es rechtfertige, dieses neue Format fest im Veranstaltungsplan des Ratsgymnasiums zu verankern.

Schulleiter Lothar Wehleit sprach allen Beteiligten seine Anerkennung aus und bedankte sich vor allem bei den Eltern, die ihren Kindern eine musikalisch hochqualifizierte Ausbildung hätten zu Gute kommen lassen.

Dass ohne die individuelle Förderung der Schüler durch von den Eltern finanzierten Musikunterricht das Konzert nicht hätte zustande kommen können, war auch den Schülerinnen und Schülern bewusst. Sie baten das Publikum um eine Spende, die der Stiftung „Kinder brauchen Musik“, initiiert von Rolf und Monica Zuckowski, zugeführt werden soll. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen durch unterschiedliche Projekte an Musik heranzuführen.

Vielen Dank an unsere Schülerinnen und Schüler, die an diesem Abend nicht nur Musikalität, sondern auch ihr soziales Engagement unter Beweis gestellt haben.

Text: Petra Appelhans, Foto:  Sabine Leker, 07.11.2017

02 Nov 2017

Religöse Vielfalt

Ex-EKD-Vorsitzender Huber diskutiert mit Rats-Schülern

Anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ war der ehemalige EKD-Vorsitzende Wolfgang Huber am Ratsgymnasium zu Gast. Acht Thesen zum Thema „Religiöse Vielfalt als Herausforderung“ stellte er vor 200 Schülern zur Diskussion.

In seinem einleitenden Vortrag spannte Huber einen weiten Bogen vom Beginn der Reformation im 16. Jahrhundert bis hin zur religiösen Pluralität der Gegenwart. „Vor hundert Jahren, zum 400-jährigen Jubiläum der Reformation, wäre kein Mensch auf die Idee gekommen, religiöse Pluralität als Thema herauszupicken, um die Aktualität der Reformation deutlich zu machen“, erklärte Huber. In Deutschland herrschte weitgehend konfessionelle Homogenität, die erst durch die Wanderungs- und Fluchtbewegungen des Zweiten Weltkriegs aufgebrochen wurde. Heute sei religiöse Pluralität zu einem globalen Phänomen geworden, das auch die christlichen Kirchen vor neue Herausforderungen stelle.

„Das Leben in religiöser Pluralität stellt an den einzelnen höhere Anforderungen, sich über die eigene Religion Klarheit zu verschaffen, zu wissen woran man glaubt und darüber auch Auskunft geben zu können“, erklärte Huber und begründete damit die Notwendigkeit des Religionsunterrichts.

Zur friedlichen Gestaltung religiöser Pluralität gehörten der staatliche Schutz der Religionsfreiheit und eine „Praxis überzeugter Toleranz“ zwischen den Religionen. Alle religiösen Gemeinschaften müssen die an den Grund- und Menschenrechten orientierte rechtsstaatliche Demokratie überzeugt bejahen und mitgestalten, so Huber.

Überzeugte Toleranz

Schülerin Paula Viehl moderierte die anschließende Diskussion mit den Oberstufenschülern. Sie leitete die Gesprächsrunde mit einer eigenen Frage ein, in der sie auf den Reformationsgedanken „Solus Christus – allein Christus“ zu sprechen kam: „Wenn wir davon überzeugt sind, dass der Mensch nur durch den Glauben an Christus gerecht werden kann, wie lässt sich dann Toleranz leben?“ Toleranz entstehe als Aufgabe nur dadurch, dass Menschen unvereinbare Positionen haben, antwortete Huber. „Solus Christus bedeutet, Gott bindet sich an Christus, nicht dass die Christen das Recht haben, über alle anderen Menschen zu richten.“

Ein weiterer Schüler schloss daran die Frage an, ob mit dem steigenden Anteil nicht religiös gebundener Menschen in Deutschland (35 Prozent) nicht auch das Toleranzproblem wegfallen würde. Huber entgegnete darauf, dass eine verordnete „Einheitsweltanschauung“ ganz ohne Religionen gerade das Gegenteil von Toleranz bewirke. „Das hatten wir schon einmal, und niemand wünscht sich das wieder.“

Frieden in der muslimischen Welt

In Deutschland funktioniere die religiöse Pluralität zwischen den christlichen Konfessionen und zwischen Christen und Muslimen gut, bemerkte ein Schüler. Wie aber könne man auf die muslimische Welt einwirken, in der unterschiedliche religiöse Weltanschauungen zu Konflikten führen? Man dürfe diesen Gesellschaften nicht mit einem „überlegenen Weltretter-Anspruch“ entgegentreten, schickte Huber seiner Antwort voraus. Die christlichen Konfessionen hätten sich selbst sehr lange schwer getan mit der friedlichen Koexistenz. In einer Schlüsselposition sehe er die Muslime, die gut integriert in Europa leben und etwas von den guten Seiten der europäischen Lebensform – Menschenrechte und Religionsfreiheit – in ihre Herkunftsländer kommunizieren können.

NOZ vom 27.10.2017. Autorin: Regine Hoffmeister, Foto Claus Adelski

02 Nov 2017

Rats musiziert

„Wir möchten gerne ein Schulkonzert machen!“ Mit dieser Idee kamen einige Schülerinnen und Schüler unserer Schule auf uns Lehrer zu. Neben den bereits etablierten Schulkonzertformaten wie Sommer- und Weihnachtskonzert wollten unsere Schüler ein neues Format ausprobieren. Sie äußerten den Wunsch nach einem Solisten- bzw. Ensemblekonzert. Diesem Wunsch kommen wir als Schule gerne nach, da wir bisher an unserer Schule noch keinen Rahmen für ein solches Vorspiel haben. Bisher treten unsere Schüler immer in Gruppen wie Chor, Orchester oder Kapelle auf. Mit diesem neuen Konzertformat möchten wir gerne unsere musikalische Bandbreite in die Öffentlichkeit tragen.

Termin:

Sonntag, 05.11.2017 um 17 Uhr in der Aula des Ratsgymnasiums

Viele Schülerinnen und Schüler unserer Schule machen sehr gerne Musik. Sie erhalten Unterricht, proben gerne und investieren viel Zeit und Fleiß in privaten Musikunterricht. Viele sind über Jahre in Musikgruppen aktiv, einige treten bei Vorspielwettbewerben wie „Jugend musiziert“ an. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an die Eltern, die in dieser musikalischen Ausbildung ihrer Kinder eine sinnvolle Investition sehen! Dass diese Schülerinnen und Schüler auch das Erlernte und Geleistete öffentlich präsentieren wollen, versteht sich fast von selbst. Sie sind motiviert und möchten gerne ein breiteres Publikum an ihren musikalischen Aktivitäten teilhaben lassen. Gerne ermöglichen wir dieses Vorhaben und hoffen auf eine vielleicht jährliche Wiederholung und feste Installation im Schulbetrieb.

Gerade die Klavierspieler haben keine Möglichkeit in den Ensembles unserer Schule aktiv zu werden. Bei diesem Konzertformat haben auch sie die Möglichkeit mitzumachen. Sie können solistisch oder als Begleiter auftreten. So sind wir nicht auf externe Klavierbegleiter angewiesen und können einen ganzen Abend aus und mit eigenen Kräften stemmen.

Alle Formate sind herzlich willkommen: Egal ob Instrumental- oder Vokalsolisten, Duette, Trios oder andere Ensembles – alle solistischen Besetzungen werden vertreten sein.

Als Spendenerlös des Konzertes wünschen sich die Schülerinnen und Schüler einen wohltätigen Zweck. Sie möchten ihre Talente dafür nutzen, anderen Kindern ein aktives Musikleben zu möglichen. Bei der Rolf-Zuckowski-Stiftung „Kinder brauchen Musik“ wissen wir alle das Geld in guten Händen. Diese Stiftung setzt sich dafür ein, dass auch Kinder aus benachteiligten sozialen Lebensverhältnissen aktiv Musik machen und erleben können.

Zwei Schülerinnen führen selbst durch das Programm und freuen sich jetzt schon auf Ihr/euer Interesse und Ihr/euer zahlreiches Erscheinen, um zum einen den musikalischen Werdegang der Schülerinnen und Schüler zu begleiten und zu unterstützen, zum anderen um die gute Sache zu fördern. Wir freuen uns auf einen kurzweiligen und interessanten Konzertabend.

Petra Appelhans,02.11.2017

schwebte die Austauschgruppe des Ratsgymnasiums nicht nur bei der Anreise nach Kontiolahti/Finnland. Auch auf dem Koli, der höchsten Erhebung Finnlands südlich von Lappland, bot sich den 13 Neuntklässlern und ihren finnischen Austauschpartnern ein fantastisches Bild.
Ansonsten ging es bodenständiger zu: Selbstgemachte Fleischbällchen und karelische Piroggen sowie Lagerfeuer-Würstchen lieferten die Energie zum Wandern, Klettern, Spielen und Draußensein in der guten finnischen Luft. Man verstand sich prächtig und genoss die Zeit miteinander. Aber auch die Einblicke in das finnische Schulsystem waren eindrucksvoll.
Beim tränenreichen Abschied nach einer Woche tröstete nur die Aussicht auf das Wiedersehen im April, wenn die finnische Gruppe ihren Weg durch die Wolken zu uns antritt.

Hier gibt es weitere Bilder (Bild anklicken)

 

 

 

 

 

 

 

Text und Fotos: Christina Thiesing

23 Okt 2017

Die Schach-AG

Freitags nach der 6. Stunde trifft sich eine Gruppe unentwegter Aktivisten.

Andere wenden sich zu dieser Zeit allmählich Wochenend-Aktivitäten zu, die mehr von geistiger Entspannung geprägt sind. In dieser Gruppe hingegen rauchen auch nach fünf anstrengenden Schultagen noch freiwillig die Köpfe beim Schachspiel.

Immerhin gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine ist das gesellige und doch recht entspannte Spiel miteinander. Aber ein Teil der Gruppe nutzt auch stets die Möglichkeit, beim Training die eigenen Fertigkeiten zu verbessern. Immerhin wollen sich die Schulmannschaften ja beim jährlich stattfindenden Schulschach-Turnier mit den anderen Gymnasien aus Osnabrück und Umgebung messen.

Als Betreuer stehen uns der erfahrene Jugendtrainer Wolfgang Pieper und der Oberligaspieler Hans-Jürgen Bade vom SV Hellern zur Verfügung.

Übrigens: Auch Mädchen sind sehr willkommen.

Ansprechpartner: Jürgen Grosser

Ein Klassenkollegium besteht in der Regel aus acht bis zwölf Lehrerinnen und Lehrern, die in unterschiedlichen Fächern verschiedene Eindrücke von ihren Schülerinnen und Schülern gewinnen. Der regelmäßige Austausch über die Kinder, an dem alle Kollegen teilnehmen können, ist an einer großen Schule wie dem Ratsgymnasium nicht immer leicht. Aus diesem Grund haben wir sogenannte pädagogische Konferenzen verbindlich eingeführt, in denen sich das gesamte Klassenkollegium über die Kinder austauscht. Im Vordergrund stehen bei diesen Gesprächen nicht so sehr die Leistungsbewertungen, sondern Fragen nach den Sozialkompetenzen der Kinder, der Integration in die Klassengemeinschaft, eventuell außerschulischen Problemsituationen oder nach dem Bedarf besonderer Fördermaßnahmen.

Ansprechpartnerin: Silke Klar

„Bibliotheksgespräch“ mit Verfassungsschützer Werner Sprado

Im Rahmen der „Bibliotheksgespräche“ hatte die Vereinigung ehemaliger Ratsgymnasiasten ihr Mitglied Werner Sprado (Jahrgang 1950, Abitur 1969) eingeladen. Er berichtete von seinem beruflichen Werdegang als Verfassungsschützer – und von den politischen Einflussnahmen, denen die Geheimdienste stets ausgesetzt waren und sind.

 „Für die einen war ich auf dem rechten Auge blind, für die anderen auf dem linken. Ich weiß gar nicht, wie ich immer ins Büro gefunden habe“. Mit dieser Aussage verdeutlichte Sprado, dass die Geheimdienste stets zur politischen Manövriermasse im politischen Prozess gehört haben. Als stellvertretender Präsident des sachsen-anhaltinischen Landesamts für Verfassungsschutz bekam er das in den 1990er-Jahren besonders deutlich zu spüren, als SPD-Ministerpräsident Reinhard Höppner nur mit Duldung durch die PDS, die Vorgängerpartei der Linken, in Magdeburg regieren konnte. Zu den Aufgaben des Verfassungsschutzes gehörte die Durchleuchtung der Biografien von bestimmten Funktionsträgern im Hinblick auf ihre Verstrickungen im DDR-Unrechtssystem. „Da wurde immer wieder versucht, uns auszubremsen“, so Sprado, „einige in der PDS wollten den Verfassungsschutz insgesamt zur Disposition stellen.“

Einen Teil der Vorbehalte kann er heute nachvollziehen, denn der Föderalismus sei in der Strukturierung der Geheimdienste übers Ziel hinausgeschossen. Kleinere Bundesländer wie Sachsen-Anhalt mit 2,3 Millionen Einwohnern benötigten nicht unbedingt eine eigene Landesbehörde. Die Zusammenlegung des Verfassungsschutzes mehrerer kleiner Bundesländer wäre sinnvoll. Letztlich habe auch der Fall Anis Amri gezeigt, dass zu viele Dienststellen bei der Aufklärung und Verfolgung hinderlich seien.

Interessant für die Schüler im Publikum war auch, wie man überhaupt zum Geheimdienst kommt. „Das war nicht mein erklärter Berufswunsch“, erzählte Sprado. Er wollte eigentlich Gymnasiallehrer für Geschichte und Biologie werden. Nachdem er bereits das Staatsexamen in der Tasche hatte, wurden ihm vertiefende Seminare in der Faschismusforschung angeboten. Er schrieb sich ein. Später stellte sich heraus, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz ein Auge auf die Absolventen geworfen hatte und einige zu Gesprächen einlud. „Man bot mir einen attraktiven Aufgabenbereich an und so sagte ich zu.“ In der Folge war Sprado mit Rechts-, Links-, Ausländerextremismus und Geheimschutz befasst, er machte in Köln, Bremen und Magdeburg Karriere. Als Mitglied im SPD-Ortsverein Neustadt-Wüste und Mitglied im Stadtrat von 1976 bis 1991 ist er dabei seiner Heimatstadt stets verbunden geblieben.

Zur aktuellen Sicherheitslage meinte Sprado, dass die Bedrohungen heute größer seien als je zuvor. „Wir wissen viel zu wenig über die ‚Schläfer‘, die in keinem Verfassungsschutzbericht aufgezählt werden, weil sie sich völlig unauffällig verhalten und niemals etwa in einer Salafisten-Moschee auftauchen würden.“ Die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Geheimdienst NSA, der über weitergehende Instrumente etwa der Kommunikationsüberwachung verfüge als die Inlandsdienste, werde zwar vielfach kritisiert, sei aber unter Sicherheitsgesichtspunkten sehr wertvoll und habe schon einige Anschläge hierzulande verhindert. Ein Gefahrenpotenzial liege auch in der großen Zahl nur lückenhaft erfasster Migranten, die seit 2015 ins Land gekommen seien. Leider werde eine offene Auseinandersetzung darüber immer noch unterdrückt. Teile der Politik versuchten, die Probleme „klein zu reden und gesund zu beten“, so Sprado. Davon nahm er die meisten Innenminister der Länder aus, „denn die haben es ja mit der Realität zu tun“. In Geheimdienstkreisen werde gewitzelt, das Kommunistische Manifest müsste eigentlich umgeschrieben werden und so lauten: „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst der Realität“.

Der Moderator des Abends, das Vorstandsmitglied der Ratsgymnasiums-Ehemaligen Volker Lüdemann, resümierte: „Es bewegt sich halt jeder von uns in seiner persönlichen Wahrnehmungs-Filterblase.“

BU:

Verfassungsschützer Werner Sprado (Mitte) sprach im Ratsgymnasium auf Einladung von Volker Lüdemann vom Vorstand der Ehemaligen-Vereinigung (links) und Schulleiter Lothar Wehleit.

23.10.2017,  Text & Foto Joachim Dierks

 

Eine aus Lehrern und Schülern zusammengesetzte Arbeitsgruppe konzipierte einen Evaluationsbogen, der in der Schule  genutzt wird, um Rückmeldungen bezüglich des  Unterrichts einzuholen. Dies ermöglicht den Lehrern, den pädagogischen Blick auf das Unterrichtsgeschehen aus einer anderen Perspektive, so dass sich hieraus Gesprächsanlässe und Verbesserungsmöglichkeiten ergeben können. Der Bogen kann weiterhin auf individuelle Wünsche und Fragestellungen hin modifiziert werden.

Ansprechpartnerin: Saskia Nicolai

Die MINT Sommerakademie Osnabrück ist eine Kooperation des Schüler-Forschungs-Zentrums (SFZ) Osnabrück, der Universität und der Hochschule Osnabrück mit acht Gymnasien der Osnabrücker Region. Sie hat das Ziel, besonders begabte und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler aus dem Jahrgang 8 zu fördern.

Bei der MINT-Akademie können Schülerinnen und Schüler bereits in jungen Jahren ihren Interessen im technischen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich nachgehen bzw. diese entdecken. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Teamfähigkeit verbessern, indem sie mit ihnen bis dahin unbekannten Schülern anderer Schulen zusammenarbeiten. Das entdeckende Lernen sollte im Vordergrund stehen.

Kurse werde unter anderem angeboten in den Fachrichtungen Informatik, Systemwissenschaften, Elektrotechnik, Kunststofftechnik, Gartenbau, Bodenkunde, Media & Interactive Design oder Materialkunde und Dentaltechnologie. Aus dem Kursangebot kann sich jeder Teilnehmer zwei Kurse auswählen, die jeweils einen vollen Tag dauern.

Die MINT-Sommerakademie findet parallel zur JMCE Schülerakademie des Jean Monnet Centre (Universität Osnabrück) statt.

 

Ansprechpartner: Robert Stutzenstein


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