Um ethische Problemstellungen zu Fragen des Lebensanfangs ging es auf den diesjährigen Oberstufentagen, organisiert vom „Arbeitskreis Kirche und Schule“, dem vom Ratsgymnasium Frau Doering, Frau Just, Herr Dr. Neuhaus und Herr Weymann angehören. 27 Schülerinnen und Schüler vom Rats und EMA nahmen engagiert teil und sammelten an diesem Wochenende viele Eindrücke und neue Erkenntnisse.

Das Seminar für die Schülerinnen und Schüler der Prüfungskurse begann am Donnerstagnachmittag im Zentrum für Kinderwunschbehandlung mit einem sehr informativen Vortrag von der dortigen Fachärztin für Frauenheilkunde und Reproduktionsmedizin Irene Coordes über die medizinischen Aspekte des zwar gesellschaftlich immer noch etwas tabuisierten, aber höchst präsenten Problems des unerfüllten Kinderwunsches. Neben den vielfältigen Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit kamen auch all die technischen Möglichkeiten der modernen Reproduktionsmedizin zur Sprache. Als besonders interessant erwiesen sich für die Schülerinnen und Schüler die Einblicke in die Laborarbeit, wo sie darüber informiert wurden, wie Eizellen und Spermien gewonnen werden, wie die Befruchtung im Reagenzglas funktioniert und wie befruchtete Eizellen gelagert werden.

Eine lustige Kennenlernrunde mit den ebenfalls beteiligten Schülerinnen und Schülern vom EMA und ihren Lehrerinnen Frau Colmsee und Frau Gutzmann beschloss den Tag, bevor es von Freitag bis Samstag wieder in das ausgesprochen gastfreundliche Diakonissenmutterhaus Vandsburg in Lemförde ging.

Doris Steinhübel, Psychologin von „pro familia“ erarbeitete dort mit den Schülerinnen und Schülern anhand zweier anschaulicher Fallbeispiele von Eltern mit unerfülltem Kinderwunsch die Problematik aus psychologischer Sicht, wobei die Belastungen, die ein Paar in dieser Situation zu tragen haben, deutlich wurden und die Schülerinnen und Schüler ebenso betroffen machten wie die hohe Zahl der Betroffenen. Informationen über die Beratungsstelle sowie statistische Erhebungen und Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit rundeten ihren Vortrag ab.

Weitere Schwerpunkte setzten die Referentinnen des Nachmittags, Dr. Annette Mosel von der Spezialpraxis für pränatale Medizin und Ultraschalldiagnostik, Oberärztin am Klinikum Osnabrück, und Sozialpädagogin Marita Blom von der Beratungsstelle „Donum Vitae“: Nach einem Überblick über die Entwicklung der Pränataldiagnostik (Ultraschall und ab 2012 möglicher neuer „Pränatest“ ohne invasiven Eingriff) wurde vor allem die Frage diskutiert: Was tun bei negativer Diagnose? Schockierend für viele Schüler war in diesem Zusammenhang die hohe Zahl der Abtreibungen bei der Diagnose „Down-Syndrom“, viele äußerten deutliche Bedenken gegenüber dieser Selektion menschlichen Lebens.

Die Morgenandacht zu Gen 29,31-30,25 zur Erfüllung des Kinderwunsches im AT (Jakob…), gehalten von Diakon Udo Ferle stimmte in die Thematik des Samstags ein. Arnulf von Scheliha, Professor für Systematische Theologie und Ethik an der Universität Osnabrück kam dann die Aufgabe der Betrachtung der Problematik aus theologisch-ethischer Perspektive zu. Er mutete den Schülerinnen und Schülern in der Schlussrunde hohen Anspruch zu, wurde aber mit deren Aufmerksamkeit belohnt: Ausgehend von der Biblischen Norm schlug er eine Brücke über reformatorische Umformung und vernünftige Geltung hin zur medizinischen Konkretion. Besonders diskutiert wurden seine Positionen zu den Beispielen „Wunsch nach einem Kind als Spender für ein Geschwisterkind“, „Geschlechtswahl“ und „Kinderwunsch lesbischer Paare“. In der abschließenden Gruppenarbeit wurden je nach Bedarf einzelne Aspekte noch mal inhaltlich vertieft und die gelungene Tagung abgerundet.

Abschließend einen herzlichen Dank an unsere „Sponsoren“, ohne deren großzügige Unterstützung die Durchführung der Tagung in dieser Form nicht möglich gewesen wäre: DANKE der Evangelischen Jugendstiftung des Kirchenkreises Osnabrück, dem Ehemaligenverein des Ratsgymnasiums sowie dem Förderverein des „EMA“!

P.S.: Vom Rats dabei waren in diesem Jahr: Tatjana Ankudovic, Julia Binder, Margareta Gäbel, Julia Gern, Jaqueline Lampe, Marie Meyer, Sven Mollen Matthias Otte, Hannah Pohlmann, Tale Sauerwein, Frederike Steinke, Angelika Twyrdy, Louise Villafana, Stefanie Vosskühler, Anne Werner, Gian-Luca Westing, Frau Doering, Frau Just, Herr Weymann

JU/WEY | Fotos: A.Gutzmann

Am 27. Januar gedenkt die Welt der Befreiung des Konzentrationslagers von Auschwitz und der Opfer des Nationalsozialismus. Aus diesem Anlass wird das Ratsgymnasium um 17.00 Uhr eine Gedenkfeier in der Aula der Schule abhalten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Szenen, die Schülerinnen und Schüler bei der Gedenkfeier der Stadt Osnabrück zur Reichspogromnacht am 10. November 2013 in der Schlossaula unter dem Titel „Aussichten – Einsichten“ aufgeführt haben. Von der Aussicht eines fiktiven Turmzimmers des Ratsgymnasiums auf diverse Orte von Opfern und Tätern in Osnabrück (Nussbaum-Villa, Villa Schlikker, Alte Synagoge, Gestapokeller) ausgehend, fragen Schülerinnen und Schüler danach, wie denn die Schule selbst sich in der NS-Zeit verhalten hat und was an den genannten Orten geschehen ist. Die Ratskapelle wird die Szenen musikalisch umrahmen.

Gedenkfeier in der Aula des RatsgymnasiumsDie Schule lädt alle interessierten Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Ehemaligen herzlich ein: Am 27. Januar 2014, um 17.00 in der Aula.

Friedemann Neuhaus, Fachobmann Geschichte

Solche Geschichtsstunden sind selten. Eine 90 Jahre alte Dame berichtet 60 Minuten lang aus ihrem Leben und mehr als 220 Schülerinnen und Schüler hören gebannt zu. Angefangen von den schrecklichen Ereignissen am 10. November 1938, als SA-Männer in Zivil ihre Wohnung in Kaiserslautern verwüsteten, über entbehrungsreiche Jahre in einem jüdischen Krankenhaus in Köln, die Deportation nach Auschwitz-Birkenau, die Überführung ins Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, den Todesmarsch kurz vor Kriegsende bis zur erlösenden Befreiung durch amerikanische Soldaten. In Auschwitz war sie eigentlich schon als nicht mehr arbeitsfähig eingestuft worden – und damit dem Tod geweiht –, als ein SS-Mann auf der Suche nach sogenannten „Halbjuden“ ihre Nummer rief. Aufgrund eines Himmler-Erlasses wurde sie ins KZ Ravensbrück gebracht, um dort für Siemens Zwangsarbeit zu leisten. Sie konnte sich sogar noch kurz von ihrer Mutter verabschieden, die ihr mit auf den Weg gab: „Du wirst überleben, und dann wirst du alles erzählen, was man uns angetan hat!“ Und deshalb geht Erna de Vries Jahr für Jahr immer wieder in Schulen, um zu erzählen, was sie erlebt hat. Die zahlreichen interessierten Fragen machen deutlich, dass Erna de Vries die Schülerinnen und Schüler erreicht hat. Danke, Frau de Vries, dass Sie zu uns gekommen sind! Auf Wiedersehen!

NEH

Einen Scheck von einem Betrag über 1.050,- Euro durfte Johanna Monnerjahn am 09. Januar 2013 in der Aula des Ratsgymnasiums stellvertretend für die Don Bosco Mission in Bonn von der AG Soziales Lernen entgegennehmen. Die AG Soziales Lernen sammelte innerhalb kürzester Zeit diese Spendensumme, die für die Opfer des Taifuns „Haiyan“ auf den Philippinen bestimmt ist. Johanna Monnerjahn dankte der AG herzlich für ihr Engagement und ihre Einsatzbereitschaft, die sie während des Spendensammelns an Haustüren und bei anderen diversen Aktionen zeigte. Die Don Bosco Mission hat unmittelbar nach dem Taifun wertvolle Nothilfe auf den Philippinen geleistet und die Einwohner mit Lebensmittelpaketen versorgt und beabsichtigt, langfristige Projekte auf den Philippinen durchzuführen.

Unter anderem berichtete os1.tv in der Sendung „Nachrichten kompakt“ über die Spendenscheckübergabe: http://bcove.me/ynwwn10l

Matthias Eisenbrenner

Vierte Präsentationsveranstaltung des „Osnabrücker Projektsommers“

Schüler als Vortragende in Universitätsräumen, diesen Rollenwechsel konnten ca. 120 Zuhörer am Freitag, den 7. 12. 2012 im European Legal Studies Institute (ELSI) in der Süsterstraße erleben. Als Abschluss des „Osnabrücker Projektsommers“, einer Kooperation zwischen der Universität und dem Ratsgymnasium Osnabrück referierten 18 Schüler und Schülerinnen des Ratsgymnasiums zu selbst gewählten Themen, auf die sie sich mit der Unterstützung von Lehrern, wissenschaftlichen Mitarbeitern, Professoren der Universität oder anderen Experten als Mentoren vorbereitet hatten.

Hausherr eröffnete Prof. Fryderyk Zoll die Veranstaltung. Besonders beeindruckt zeigte er sich in seiner Ansprache von dem enormen Spektrum der Interessenlagen der Schüler, die sich wieder in ein Thema ihrer freien Wahl und Interes-senlage einarbeiten konnten.

So vielfältig wie die Themenwahl gestaltete sich der abwechs-lungsreiche Vortragsabend, wie die angeführte Auflistung der Referatsthemen dokumentiert:

Ein Überlebenskünstler – das Bärtierchen (Jette Osterheider), Urban Farming (Clara Stein), Supraleiter (Liam Riechard) ,Die Entnazifizierung der Lehrer (Felix Ostertun), Die Verknap-pung und Verteuerung der fossilen Brennstoffe – eine Herausforderung für die moderne Luft-fahrt? (Nora Kreutzkämper), Die griechische Sprache und ihre Verflechtungen (Leon Schawe, Thomas Kramm), Urheberrecht und Internet (Christina Meinert),Verkaufsstrategien in der Lebensmittelwerbung (Alicia Göckel), Der Reaktorunfall in Fukushima und seine Folgen (Daniel Kodde),Zwischen Faszination, Unwissen und Widerstand- Jugend im Dritten Reich (Edda Hagemann), Perpetuum Mobiles (Nick Abrams), Just in time-Logistik (Tolgar Harms), Die Entwicklung eines Konsolenspiels (Thore Löffelholz), Sind Träume Schäume? (Jakob zur Heide), The History of Stop Motion (Joanna Turnbull, Nicole Neu), Watergaten – Die Welt im (Klima-)Wandel (Theo Amelingmeyer)

Schon im März begann der Osnabrücker Projektsommer 2012, an dem sich interessierte Schü-ler und Schülerinnen informieren konnten. Nach schulinternen Fortbildungen zu Präsentati-ons- und Vortragstechniken und mit der Unterstützung ihrer Mentoren haben die Teilnehmer Anfang Dezember ihre Generalproben absolviert, um gut vorbereitet ihren „großen Auftritt“ an der Universität anzutreten. Herzlichen Glückwunsch!

09.12.2013 Jsn, Stu, Foto PUN

Am Nikolaustag, dem 6.12.13, fand in der 5. und 6. Stunde in der Aula des Ratsgymnasiums der diesjährige Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen statt. Die Klassensieger Friedrich Amelingmeyer (6a), Paulina Liepe (6b), Emma Rehsing (6c), Lukas Eckl (6d) und Sophie Mundt (6e) lasen in einem ersten Durchgang aus ihren selbst gewählten Büchern: Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär, Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele, Liebe geht durch alle Zeiten – Rubinrot, Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft und Was ist schon ein Hundeleben. Im Anschluss daran las jeder von ihnen ein Stück aus dem Buch Wunder von Raquel J. Palacio, welches zuvor nicht bekannt war. Nachdem sich die Jury, bestehend aus Herrn Felsner (Elternratsvorsitzender), Leonie Sander (Vorjahressiegerin), Frau Schulhof (Buchhändlerin), Herrn Ranke, Frau Machtan und Frau Johannsmeier, zurückgezogen hatte, um über die Platzierungen zu beraten, spekulierte das zurückgebliebene Publikum der Sechstklässler fantasievoll über den möglichen Fortgang der Geschichte. …

Alle Klassensieger erhielten Buchpreise für ihren bereits errungenen Sieg, die drei Gewinner des Schulentscheids Emma Rehsing, Paulina Liepe und Friedrich Amelingmeyer einen weiteren Buchpreis, der ihnen vom Vorsitzenden des Ehemaligenvereins, welcher auch Stifter der Preise ist, überreicht wurde. Wir gratulieren Emma herzlich und wünschen ihr viel Erfolg beim Stadtentscheid im Februar 2014!

SFD 9.12.2013

Bereits zum dritten Mal nach 2011 und 2012 haben die Kapellanten beim „Osnabrücker Gipfelsturm“ auf dem Gipfel des Piesberges am vergangenen Samstag die ins Ziel einlaufenden Läufer mit Musik begrüßt. Auch die Siegerehrung anschließend am Industriemuseum wurde von den Kapellanten mit weiteren Stücken umrahmt.

Fünfte Präsentationsveranstaltung des „Osnabrücker Projektsommers“

Schüler als Vortragende in Universitätsräumen, diesen Rollenwechsel konnten ca. 70 Zuhörer am Freitag, den 8. 11. 2013 im European Legal Studies Institute (ELSI) in der Süsterstraße erleben. Als Abschluss des „Osnabrücker Projektsommers“, einer Kooperation zwischen der Universität und dem Ratsgymnasium Osnabrück referierten 8 Schüler und Schülerinnen des Ratsgymnasiums zu selbst gewählten Themen, auf die sie sich teilweise mit der Unterstützung von Mentoren vorbereitet hatten. Nach dem Beginn des Projektsommers im April diesen Jahres mit mehreren Workshops und Vorbereitungstreffen bildete diese Abschlussveranstaltung nun ein angemessenes Finale, in dem Erstaunliches, Wissenswertes, Überraschendes und Anregendes von den 10 Teilnehmern professionell präsentiert wurde.

So vielfältig wie die Themenwahl gestaltete sich der abwechslungsreiche Vortragsabend. Nachdem Felix Kodde über faszinierende Blitze und Eduard Pedrosa de Oliveira über die Erfindungen Leonardo da Vincis referiert hatte, ging es über das selbst geschriebene Muscial von Julia Honerkamp und Bionische Oberflächen (Moritz Rocho, Noah Tegeler) zur aktuellen Diskussion über die Gentherapie (Liam Reichardt). Hoffnung machte Clara Steins Vortrag, die explizit KEIN Ende der Jugendliteratur vorhersagte, die Ausführungen von Tolgar Harms über Meeresströmungen sowie von Nicole Neu und Joanna Turnbull über Mikroplastik im Meer bildeten einen gelungen, sich ergänzenden Abschluss.

STU 9.11.2013

Am 24. September war Elisabeth Zöller bereits zum vierten Mal zu Gast am Ratsgymnasium. Sie las aus zwei Büchern vor, mit denen sie 100 Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrgangs mit in die Zeit des Nationalsozialismus nahm. Ihr Publikum hörte überaus aufmerksam den zum großen Teil auswendig rezitierten Passagen zu und war von den geschilderten Ereignissen um junge Menschen im Dritten Reich gefesselt.

Zum ersten Buch erklärte Frau Zöller, dass sie eine Geschichte schreiben wollte, die Jugendlichen von heute zeigt, dass es auch Jugendliche – nicht nur Erwachsene – im Dritten Reich gab, die den Mut hatten, sich zu widersetzen. So entstand das Buch „Wir tanzen nicht nach Führers Pfeife“ (Hanser-Verlag), das auf historischen Tatsachen beruht und die Geschichte der Edelweißpiraten erzählt. Die Edelweißpiraten waren eine Gruppe von Jugendlichen in Köln, die nur ein Ziel hatte, nämlich alles dafür zu tun, dass der Wahnsinn des Krieges und der Verfolgung so schnell wie möglich ein Ende nahm.

Auch das zweite Buch, das die Autorin im Gepäck hatte und aus dem sie eine Kostprobe las, fand sehr großen Anklang: Es heißt „Vaters Befehl oder ein deutsches Mädel“ (Fischers Schatzinsel). Die Nachfragen der Schülerinnen und Schüler waren zahlreich und vielfältig und zeigten großes Interesse, mehr über die Protagonisten dieser Erzählungen und allgemein über dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte zu erfahren

KL 26.09.2013